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Karl Bernhard Ritter, Studentenpfarrer in Marburg und einer der führenden Köpfe des Berneuchener Bundes, berichtet hier über die Meditation von der Praxis aus und stellt diese geschichtlich, weltanschaulich, theologisch, psychologisch und pädagogisch in theoretischen Zusammenhang. Diese Meditationen fußen auf der von dem verstorbenen Darmstädter Internisten Carl Happich auch als tiefenpsychologische Therapie geschaffenen Meditationsreche, die dann von diesem selber, von Stählin und Ritter mit christlichen Symbolen weiter entwickelt wurde. Verfasser eint sich mit anderen kulturphilosophischen und psychologischen Kritikern darin, daß der heutige Mensch zu sehr vom Bewußtsein aus lebe. Beim Erwachsenen wie beim Kind ist aber die Tiefenschicht, das Bildbewußtsein das Entscheidende. Darum muß auch die Frage der Religion und damit auch der Religionsunterricht beim Bildbewußtsein ansetzen. Luther selbst hat die Meditation als Mittel der Selbsterziehung geschätzt und geübt. Ritter hebt die christliche Meditation ab von den östlichen meditativen Praktiken, auch gegenüber der Tiefenpsychologie im Jungschen Sinne. Seine christlichen Meditationen wollen das Kollektiv-Unbewußte, die Archetypen wecken; ihre Aufgabe ist, dem Bildbewußtsein seelische Nahrung zu geben von der christlichen Erlebniswelt her. Ritter rügt den Intellektualismus in der Religion und will die Religion von diesen Meditationen durch die Belebung des Bildbewußtseins verlebendigen oder wieder neu aufbauen. Er berichtet aus seiner täglichen Erfahrung als Seelsorger mit Hilfe dieser Meditation über psychotherapeutisch geheilte Fälle.
Aus der Schrift spricht nicht nur Ernst und Besonnenheit, sondern auch echte Erfahrung mit meditativer Therapie. Für die Psychotherapie wird jedoch die Meditation nur eine, und zwar begleitende Methode sein, die die Analyse wohl unterstützen, aber nicht den Hauptrang einnehmen kann.