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Die Psychologie vieler Mediziner ist genau so wie ihre Vorstellung vom kürpergeschehen. Die Krankheit erklären sie zum Beispiel mit Aufregung, Überanstrengung, Gewohnheiten, halten das für Psychologie und finden bei den meisten Patienten williges Gehör. Viele Kliniker glauben, daß sie dem psychischen Faktor Rechnung tragen, indem sie eine rückständige, verkehrte und unwissenschaftliche Psychologie ihren schulpathologischen Erklärungen hinzuaddieren; unter den praktischen Ärzten dagegen finden sich mehr solche, welche, unbewußter zwar und unwissenschaftlich, den guten Sinn der Situationen ohne Psychologie doch besser erfassen als jene mit falscher Psychologie.
Ein so grob abgefaßter Vorwurf kann dadurch umgangen werden, daß man ihn unpersönlich formuliert. Man sagt dann: nicht der Psychologe ist auf dem Holzweg, sondern die Psychologie, welche er braucht, ist irrig; oder: nicht die Mediziner sind böse, sondern die Physiologie muß korrigiert werden. Es handle sich nicht um Schlechtigkeit sondern um ein Verhängnis, wenn wir unzutreffende Begriffe anwenden und dadurch schaden statt zu nützen. — Gut. Aber in der einzelnen ärztlichen Behandlung kommt man doch auch ins Handgemenge mit den einzelnen Medizinern, welche den Kranken früher behandelt haben oder später behandeln könnten. Man kommt also um persönliche Auseinandersetzungen nicht herum, auch wenn man das, was unpersönlich daran ist, von dem, was sich in der Wissenschaft abspielt, sorgfültig unterscheidet.
Wenn man nun Kranke behandelt, die nachweisbare organische Veränderungen (sei es der Funktion, sei es der anatomischen Struktur) haben, so entstehen