You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die überragende Bedeutung, die heutzutage den Blutdruckkrankheiten in der ärztlichen Praxis zukommt, kann von niemandem mehr übersehen werden. Wir brauchen nur etwa einen Blick in die statistischen Zusammenfassungen der großen amerikanischen Lebensversicherungsgesellschaften, zum Beispiel der Metropolitan Life Insurance Co. zu tun, um zu wissen, daß in den Vereinigten Staaten jedes zweite Individuum im Alter von über 50 Jahren an einer sogenannten cardiovascular-renal-disease, an einer Krankheit des Herz-und Gefäßapparates also, sterben muß, und daß es sich bei der Hälfte dieser Menschen um die sogenannte essentielle Hypertonie handelt. Mit andern Worten heißt dies, daß dort nicht weniger als ein Viertel aller Leute über 50 Jahre an den Zerstörungen, die die Blutdrucksteigerung im einen oder andern oder zugleich in mehreren lebenswichtigen Organen anrichtete, zu sterben pflegen. Wenn man gar nicht nur die Mortalität sondern auch die Morbidität mit in Betracht zieht, so geht aus diesen Statistiken hervor, daß selbst für die ganze Lebensperiode von 20-64 Jahren diese hypertonischen Störungen als Ursache von Arbeitsunfähigkeit und Invalidität an allererster Stelle unter sämtlichen Krankheiten stehen.2)
Bei uns anderseits ist nach den Publikationen des eidgenössischen statistischen Amtes die Zahl der Todesfälle infolge von Arteriosklerose, in der die häfige Sonderform der Coronarsklerose noch nicht einmal einberechnet ist, im Zeitraum von 1901-1944 um mehr als das dreifache angestiegen. Die Sterblichkeit an malignen Tumoren dagegen hat sich im gleichen Zeitraum bloß verdoppelt und die Todesfälle an den früher so gefürchteten Infektionskrankheiten, die Tuberkulose mit inbegriffen, sind sogar um die Hälfte ihres früheren Wertes zurückgegangen. Dadurch hat heute die Hypertonie und Arteriosklerose auch in absoluten Zahlen alle übrigen Krankheiten als Todesursache weit hinter sich gelassen. Der statistische Vergleich der Todesfälle infolge von Hypertonie mit denen infolge von