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Viktor von Weizsäcker hat „Körpergescheben und Neurose“ 1932 geschrieben und 1933 — in Band XIX der Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse — erstmalig veröffentlicht. In dieser Arbeit finden sich Hinweise auf Aktualgenese und Struktur der „funktionellen Störungen“, mit denen der Verfasser unseres Erachtens die üblichen Erklärungsversuche1) überholt und die deshalb sorgfältige Diskussion zu beanspruchen haben.
Des Autors zugleich psychologische wie neurologische Theorie der körperlichen Störung wird getragen von einer besonderen Auffassung vom „Sinn“ der Krank-heit. Damit wird gleichzeitig eine neue, die Ergebnisse der Psychologie mitumfassende „allgemeine Pathologie“ intendiert Nosologie und Pathophysiologie des 19. Jahrhunderts werden radikal in Frage gestellt, was sich unter anderem daran zeigt, daß vielfach psychologische Ausisagen gegenüber pathophysiologi-schen als die konkreteren erscheinen.
Im Vorwort wird ein Brief: Sigmund Freuds mitgeteilt, in dem dieser zu den vom Verfasser entworfenen Gedankengängen Stellung nimmt. Neben achtungsvollen Worten findet sich die Wendung „… daß wir von den reichlichen spekulativen Gedankengängen… eher betroffen als überzeugt sind“. Auf das Warum dieser Stellungnahme einzugehen, ist aus folgenden Gründen interessant: Freud hat als typischer Repräsentant der Weltsicht des 19. Jahrhunderts in den Fragen der Körperkrankheit Auf fassungen, die denen von Weizsäckers eindeutig entgegengesetzt sind. Für den Autor aber bleiben bei einem wesentlich anderen Standort die Freud schèn Sinngebungsschemata der „Metapsyebologie“ nicht nur im Bereich rein psychologischen Auffindens und Erklärens weiterhin verwendbar, vielmehr über trägt er die ausschließlich an Neurosen orientierten