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Dieses Buch eines Mitstreiters und — wenn er es mir zu sagen erlaubt — Freundes, möchte ich nicht referieren, sondern rühmen und empfehlen. Es handelt sich nämlich darum, daß Binger, früher Forscher im Rockefeller-Institut, seit Jahren Internist und praktischer Arzt in New York, heute Herausgeber der Zeitschrift „Psychosomatic Medicine“, beauftragt von der American Society for Research in Psychosomatic Problems, daß also dieser Carl Binger in einer glücklichen Stunde sich entschloß, dem Publikum, den Kranken, den Ärzten und den Forschern zu erklären, was Psychosomatische Medizin ist. Diese ist nämlich gar nichts anderes als ein Versuch der Medizin, menschlicher zu werden. Diese Erklärung der psychosomatischen Medizin gelang in diesem Buch, weil sein Verfasser darin als der Mensch sich gab, der er ist, nämlich als Mann der Wissenschaft, als Arzt, als eine glückliche natürliche Begabung und als Charakter, der den Leiden, welche eine Reform ihrem Vorkämpfer auferlegt, nicht auswich.
Am Beispiel von Magengeschwür, Allergie, Asthma, Tuberkulose, Blutdruck gibt er Einblicke in die Wandlung der Pathologie, die eintritt, wenn man die pathologische Physiologie im Lichte der psychischen Krankheitsentstehung betrachtet. Das dazu verfügbare Mittel ist die Psychologie, der historisch gewordene und notwendige Weg die Psychoanalyse Freuds. Es sind wissenschaftliche Haltung, Kenntnisse und Umsicht unerläßlich; aber der tägliche Zwang geht vom Kranken, seiner Situation, seinen Erscheinungen aus. Daß der Arzt also diesen kranken Menschen menschlich auf sich wirken lasse, ist die Hauptsache, daß er sich nicht von seinen eigenen wissenschaftlichen und intellektuellen Interessen zu weit verstricken und ablenken lasse die große Forderung. Das ist nun gar nicht selbstverständlich. Wer das nicht nur fordert, sondern selbst tut, kann auch wirken. Unvermeidlich, daß er damit mit einem Teile der Zunft in Konflikt kommt. Ausgesprochen oder nicht, Bingers Buch ist so auch eine Kampfschrift. Aber