You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Den Anspruch, den Verfasser in der Einleitung stellt (zu einem klaren Bild und Wissen von den neuesten Erkenntnissen der Charakterkunde zu verhelfen) erfüllt das Buch leider durchaus nicht. Es bleibt bei sehr ungeordneten und oberflächlichen Mitteilungen aus allen Zweigen der Psychologie. Sieben
Seiten Andeutungen aus der Graphologie, acht Seilen „Gesicht und Charakter“, zwanzig Seilen Beischreibung dar Sinnesorgane (!) mit den unvermeidlichen Tafeln der optischen Täuschungen und so weiter. — Verfasser spricht über die Psychologie des Gedächtnisses und der Denk Vorgänge —. über Übungen zur Willensschulung, zur Schulung der Körperbeherrschung, der Selbstüberwachung bei der Arbeit—er spricht über das „Gefühlsleben“, die Gesinnungen und über die Grade des Bewußtseins. Aber keine wissenschaftliche Lehre wird referiert—, unterschiedliche Richtungen der Wissenschaft werden nicht gekennzeichnet —, keine Probleme entwickelt. Den wissenschaftlichen Typologien (Verfasser nennt Jaensch, Kretsch-mer Jung, Spranger und Jaspers) macht der Verfasser zum Vorwurf, daß „sich das praktische Leben an den unverstandenen Begriffen stößt“ und verteidigt die Vier-Temperamenten-Lehre (Sanguiniker, Choleriker und so weiter), die durch die „heutigen Forschungsergebnisse vertieft“ sei, und die mit „praktischen, blutvollen und anschaulichen Begriffen“ arbeite. Die Tiefenpsychologie kommt nicht vor. — Die populäre Ausdrucks weise wäre gewiß kein Mangel für den Zweck des Buches. Aber sie sollte im. Dienst einer Einführung in die Wissenschaft stehen und sich nicht in unwissenschaftlichen Andeutungen von allem und nichts erschöpfen.
Das Buch ist als Manuskript für Vorlesungen an der Nürnberger Volkshochschule entstanden. Seit 1937 steht der Verfasser „ununterbrochen in der praktischen Psychologie, die er seit 1946 in einem eigenen charakteleologischen Forschungsinstitut zu vertiefen sucht“.