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In diesem neuesten Werk, das als Fortsetzung von Escape from Freedom, gedacht ist, geht es Fromm darum, den Standort des heutigen Menschen, seine Not und die Ursache seines ethischen Versagens zu bestimmen, um einen Weg zu einer freien Lebensgestaltung aufzeigen zu können.
Der Autor geht davon aus, daß trotz der Beherrschung der materiellen Welt der Mensch sich in wachsendem Maß unglücklich und hilflos in ein Leben geworfen fühlt, das er nicht mehr gestalten kann, weil er in dem Grade, wie sein Wissen um äußere Dinge zunahm, das Verständnis für seine eigene Existenz und für die Gesetze, die sie beherrschen, das Wissen um die Energien in ihm und ihre produktive Anwendung verloren hat.
Da beim Studium der Persönlichkeit ethische Probleme an hervorragender Stelle stehen, hat es sich Fromm zur Aufgabe gemacht, die Grundlagen einer neuen Ethik aufzuzeigen.
Es steht für ihn fest, daß der menschliche Verstand befähigt ist, gültige ethische Normen zu schaffen. Er geht mit der Auffassung Spinozas einig, nach der die Quellen solcher Normen in der menschlichen Natur selbst zu finden sind, daß sie auf Qualitäten beruhen, welche dieser innewohnen und daß ihre Verletzung zu geistiger und emotionaler Desintegration führt.
Fromm stellt sich also in bewußten Gegensatz zu Freud, der ethischen Normen keinerlei Allgemeingültigkeit zusprechen konnte, da sie ein Ausdruck irrationalen Geschehens seien.
Wenn man den Menschen ganzheitlich erfassen will, wird man aber auch sein Bedürfnis, eine Antwort auf den Sinn seines Daseins zu finden, anerkennen müssen, was eine Trennung von Psychologie und Ethik überholt erscheinen läßt.
Das Kriterium ethischer Normen verändert sich mit dem System, dem sie angehören. Autoritäre Ethik baut sich auf Normen auf, die von einer Autorität gegeben werden, die entweder rechtmäßig auf Grund ihrer Kompetenz oder aber durch Macht und durch diese erzeugte Furcht zu ihrer Stellung gelangte. Solche Autorität ist „irrational“ begründet. Sie basiert auf der prinzipiellen Un