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Broder Christiansen ist bei Ludwig Klages in dio graphologische Lehre gegangen, und auch Frau Carnap ist mittelbar Schülerin von Klages. Beide sehen die Schwächen der von Klages gehandhabten „Deutungsmechanik“ und bemühen sich, sie zu überwinden.
In dieser Absicht unternehmen die Verfasser des „Lehrbuchs“ den Versuch, eine lypologische Graphologie auszuarbeiten. Sie glauben, „ganzheitliche Grundgestalten“ gefunden zu haben, die „Wurzelformen der menschlichen Art“ sind. „Menschen mit relativer Hypertrophie der Innenwelt“ werden als J-Typ bezeichnet, vorzüglich der „Außenwelt“ zugewandte Leute als A-Typ. Je nach dem Rhythmus wird zwischen dem „Lösungs“- und dem „Spannungslyp“ (L und S), dem „kurzwelligen“ und dem „langwelligen“ (E und U), dem „hartwelligen“ und dem „weichwelligen“ Typ (H und W) unterschieden. Als Sonderfall wird der „Doppeltyp“ (D) geschildert, in dem „S und L ungefähr gleich-gewichtig nebeneinander bestehen“; seine Vertreter werden als „Zweiseelenmenschen ohne bindendes Zentrum“ charakterisiert.
Christiansen und Frau Carnap sind überzeugt, daß sich aus der Kombination der erwähnten typologischen Grundbegriffe „16 Typen“ ergeben, „die deutlich unterscheidbar und breit genug sind, alle weiteren Züge der individuellen Charaktere aufzunehmen“. Sie betonen, daß ihr „J“ und „A“ nicht mit Jungs Introversion und Extraversion zusammenfalle, da Jang nur kleine Teilgruppen der hier dargestelltem Typen erfaßt habe. — Wir freilich aneinen, daß die Typenlehre Jungs, fungeachtet aller Einwände, die sich gegen sie erheben lassen, ungemein viel lebendiger sei als die von Christian-sen und Frau Carnap gebotene. — Ernsthafte Psychologen haben oft genug darauf hingewiesen, daß jeder Typologie gegenüber Vorsicht nottut, da genormte Begriffe das eingehende Erkennen und Verstehen eines Menschen vielfach eher verhindern als fördern. Leider haben die Verfasser des „Lehrbuches“ derartige Warnungen überhört.
Die von den beiden Autoren geschaffene typologische Graphologie ist kinä