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Daß das allgemeine Interesse an der psychoanalytischen Krasnkheitsauffas-sung der Depression solange im Hintergrund verblieb, mag seine Ursache in der rapiden Entwicklung haben, die das Interesse für das psychopathologi-sche Verständnis der weniger komplizierten Symptome nahm, wie wir sie in den Neurosen gewöhnlich antreffen — der Ängste, Phobien, Zwänge, Besessenheiten und so fort. Die Psychopathologie schizophrener Symptome, deren Mechanismen manchmal klar zutage zu liegen schienen, deren analytische Behandlung dann aber keine Erfolge brachte, war den Analytikern zu Beginn interessanter als die der manisch-depressiven Erscheinungen. Trotzdem hat sich seit 1911, als Abraham zum erstenmal das Problem der Depression, behandelte, die analytische Psychologie der Sorge, der Depression, der Trauer, des Kummers beim Normalen, wie auch die Psychologie der krankhaften Depressionen allmählich so entwickelt, daß uns heute Begriffe zur Verfügung stehen, die weitgehend neu sind und einfach dargestellt werden können. Besonders wertvoll waren diese neuen Auffassungen für den Versuch analytischer Behandlung und Erforschung depressiver Zustände, unabhängig von der Schwere der Erkrankung, dem Geschlecht und mehr oder weniger unabhängig vom Alter. Es wurden Kinder von 21/4 Jahren und Erwachsene im 6. Lebensjahrzehnt behandelt.
Die früheren Arbeiten analytischer Autoren erwiesen sich dabei als unschätzbar. (Abraham 1911, 1916, 1924, Sigmund Freud 1917, Rado 1927, Jones 1929.) Erst der Unterbau theoretischer Konstruktionen, der schon errichtet war, ermöglichte die neue Entwicklung. Die darauf aufbauenden weiteren Beobachtungen erforderten Mut. Die Arbeit, die bei uns in den letzten 15 bis 20 Jahren hauptsächlich von Melanie Klein oder auf ihre Anregung hin geleistet worden ist, hat das Problem der krankhaften Depressionszustände weitgehend erhellt. Sie weist übrigens auch der Weiterarbeit an den Problemen der Schizophrenie den Weg. M. Klein veröffentlichte ihre ersten Ergebnisse zu dies