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Herr Müscherlich glaubt einen Widerspruch gefunden zu haben zwischen meinem Bekenntnis zu einer potentiellen Unbegrenztheit psycho-physiseher Zusammenhänge und meinem Einspruch gegen den „Totalitätsanspruch“ der Psychotherapie. Hier besteht kein Gegensatz. Jener ist der Ausfluß meiner Überzeugung, die ich mit Herrn v. Weizsäcker teile, daß „nichts Organisches keinen Sinn habe und daß nichts Psychisches keinen Leib habe.“ Das ist nichts anderes, als wenn Kierkegaard festgestellt hat, daß „der Mensch als Geist angelegt sei“, und was Th. Hacker dahin ergänzt hat, daß „der Geist als Leib angelegt sei“. Das Bekenntnis bezieht sich also auf das Grundsätzliche und auf das Mögliche, der Einspruch aber auf die praktischen Folgerungen.
Daß psychosomatische Einflüsse existieren, ist uns allen gewiß; wieweit sie reichen, ist ungewiß. Der Gründe für diese Ungewißheit gibt es viele; daß die Schwierigkeiten hier besonders groß sind, das sei von vornherein zugegeben. Daß der Nachweis auf ganz individuellen Untersuchungen fußen muß und daß dennoch Regelhaftigkeiten nur aus der Übersicht über viele ähnliche Erlebnisse gewonnen werden können, das sind Hauptgründe der genannten Schwierigkeiten.
Aber die Hindernisse sind vielleicht doch nicht so unübersteiglich, daß sie allein die heutige Unsicherheit rechtfertigen würden. Nach den Gründen zu fahnden, warum eine Klarheit über die Reichweite der psychischen Einflüsse auch in dem begrenzten Maß, das überhaupt erreichbar scheint, noch nicht gewonnen ist, darin sehe ich die heutige Aufgabe. Es erhebt sich die Frage, ob wir die bei der Liniersuchung