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Wenn ich an das, was bis jetzt zur Sprache gekommen ist, anknüpfe, so sehe ich hier ein wissenschaftstheoretisches Problem, das ich folgendermaßen formuliert habe:1)
Die seelischen und leibseelischen Zusammenhänge, die uns heute beschäftigen, werden bei dem Versuche, sie lediglich mit den sonst bewährten Mitteln wissemschaftlich
zu bändigen, ihrer Seinsart entfremdet, entwest, denaturiert. Somit stehen wir vor der Wahl, das Seinsgebiet, das uns in der Tiefenpsychologie angeht, entweder von der wissenschaftlichen Erfassung auszuschließen oder andere Arten der Erfassung von Seelischem ebenfalls als wissenschaftlich anzuerkennen: kurz, den Bereich der Wissenschaft zu erweitern.
Denn die Erfassungsprinzipien sind auf diesem Gebiete spezifischer Natur, das naturwissenschaftliche Kategorien system reicht dafür nicht aus, nicht nur im Sinne der Unsicherheit in einem Randbezirk, eines irrationalen Restes, der nach Möglichkeit auszumerzen ist, sondern wesensmäßig und kraft der unserer Wissenschaft eigenen Struktur. In der Pathologie der Neurosen tat praktisch die Psychoanalyse den entscheidenden Schritt (während sie theoretisch den vergeblichen Versuch machte, die neuen Erkenntnisse in die alten naturwissenschaftlichen Ordnungen einzureihen). Sie zeigte, daß die neurotischen Symptome — körperlicher oder seelischer Art — etwas meinen, daß in ihnen ein Sinn liegt, anders als in meiner medizinischen Jugend, wo sie nur eine Quelle der Verlegenheit und allenfalls der Heiterkeit waren.
Damals waren in der medizinischen Wissenschaft nur naturwissenschaftliche Erfassungskategorien zugelassen; da man aber deren Unzulänglichkeit bei der Erfassung solcher Erlebnisverknüpfungen spürte, so leugnete man, daß diese überhaupt existierten, wenigstens, daß sie wissenschaftlich diskutabel seien. Heute, wo auch andere Erfassungsprinzipien zur Diskussion stehen, befriedigt uns nicht mehr die negative Feststellung, daß