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Der Psychiater gewinnt den ihm gemäßen Zugang zum Problernkreis der psychosomatischen Medizin von den reinen Grenzfällen psychosomatischer und somato-psychisdher Kausalwirkungen her. Als Psychotherapeuten stehen ihm die hysterischen und neurotischen Körperfunktionsstöruingen vor Augen mit unter Umständein handgreiflichen anatomischen Veränderungen: vom alltäglichen Vorkommnis einer psychogen entstandenen und suggestiv geheilten Verrucosis vulgaris bis zu dem seltenen, aber nicht bezweifelbaren Ereignis der Stigmatisation im Zusammenhang mit einem ekstatischen religiösen Erlebnis (Ewald [1]). Letzteres belegt, daß eine geistige Idee äußerstenfalls auch ohne konstitutionelle oder exogen bedingte örtliche Organdis-position Auftreten, Art, Ort und Stunde pathologisch-anatomischer Veränderungen bestimmen kann und ebenso ihr Abklingen. Als Hirnpathologe macht er die Erfahrung, daß eine durch Unfall oder operativen Artefakt gesetzte, also unzweifelhaft primär somatische Läsion bei bestimmter Lokalisation keinerlei körperliche oder neurologische Störungen hervorruft, sondern nur seelische oder geistige Veränderungen. Die im ganzen nicht häufigen Fälle, bei denen man weiß „wer angefangen hat“, Fälle reiner Psychogenes „von Somaläsionen und reiner Somatogenese von psychischen Defekten sind die Grenzerfahrungen des Psychiaters. Sie erwecken in ihm eine gewisse Verwunderung, daß vor kurzem über die Berechtigung einer bipolar psychosomatischen Orientierung des Arztes und der medizinischen Wissetnschaft noch gestritten werden konnte.
Mein Auftrag ist es, heute über den Sonderfall primärer Somaläsionen zu berichten, den die Schädigung jenes Teiles des organismischen Zentralorgans, des Gehirns, darstellt, welchen man sowohl aus anatomischen und