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Die Studiengesellschaft für praktische Psychologie veranstaltete vom 22. bis 24. April 1949 in Bremen ihre 4. Tagung, die das Rahmenthema „Das Autoritätsproblem in der Gegenwart“ behandelte. der Senat der Stadt Bremen hatte in großzügiger Weise für das Zustandekommen dieser Tagung gesorgt. es zeigte sich, daß hier wie. überall den Fragen der Psychologie und auch denen der Tiefenpsychologie allergrößtes Interesse Entgegengebracht wurde. der Festsaal des Rathauses wurde immer wieder bis auf den letzten Stuhl besetzt. Dabei handelt es sich im Augenblick offenbar noch um Eine Reihe von Einander überkreuzenden Interessenrichtungen, ohne daß diese bisher mit voller Deutlichkeit zum Ausdruck kamen. Das verriet auch die Formulierung des Rahmenthemas „Das Autoritäts-problem in der Gegenwart“ behandelte. der Senat der Stadt Bremen hatte in mußte sich der ausdrücklich psychologisch Interessierte fragen. es handelte sich ja um Eine Tagung für praktische Psychologie, und es konnte dem Teilnehmenden fraglich Erscheinen, ob jene Frage mit ja zu beantworten sei. Mehr implizite als ausdrücklich schwang zu Anfang jedenfalls das Thema mit: Was sollen diejenigen Mächte, die heute Autoritäten genannt werden, tun angesichts Einer allgemeinen, zumindest atmosphärischen Auflehnung gegen sie? die Autoritäten selbst sind also in besonderer Weise interessiert. Sie möchten heute von der Psychologie Etwas darüber Erfahren, woher es kommt, daß es soviel Auflehnung gegen jede Autorität gibt. Aber es meldete sich auch die andere Frage, nunmehr gestellt von denjenigen, die sich auflehnen oder auch von denjenigen, die inmitten der sich Auflehnenden leben und mit ihnen durch vielerlei Gemeinsames verbunden sind: Woher rührt jene Auflehnung in uns? Woher rührt Es, daß jene Autoritäten, die uns gegenüber tatsächlich Macht haben und Macht Entfalten, ihre Ansprüche mit solcher Selbstverständlichkeit verteidigen. Woher rührt Es, daß wir uns selbst nicht ganz sicher sind, ob wir Autoritäten anerkennen soll