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Als Goethe, siebenunddreißigjährig, seinen bisherigen Lebenskreis in Weimar fluchtartig verließ, um sich in Italien fern von höfischer Gesellschaft, literarischer Berühmtheit und Frau von Stein auf sich selbst zu besinnen, schrieb er am 19. Oktober 1786 nach einem an Eindrücken reichen Tag in Bologna in sein Tagebuch: „Indem ich mich nun in dem Drang einer solchen Überfüllung des Guten und Wünschenswerten geängstigt fühle, so muß ich meine Freunde an einen Traum erinnern, der mir, es wird eben ein Jahr sein, bedeutend genug schien. Es träumte mir nämlich:
Ich landete mit einem ziemlich großen Kahn an einer fruchtbaren, reich bewachsenen Insel, von der mir bewußt war, daß daselbst die schönsten Fasanen zu haben seies. Auch handelte ich sogleich mit Einwohnern um solches Gefieder, welches sie auch sogleich häufig, getötet, herbeibrachten. Es waren wohl Fasanen, wie aber der Traum alles umzubilden pflegt, so erblickte man lange farbig beaugte Schweife, wie von Pfauen oder seltenen Paradiesvögeln. Diese brachte man mir schockweise ins Schiff, legte sie mit den Köpfen nach innen, so zierlich gehäuft, daß die langen bunten Federschweife, nach außen hängend, im Sonnenglanz den herrlichsten Schober bildeten, den man sich denken kann, und zwar so reich, daß für den Steuernden und den Rudernden kaum hinten und vorn geringe Rüume verblieben. So durchschnitten wir die ruhige Flut und ich nannte mir indessen schon die Freunde, denen ich von diesen bunten Schätzen mitteilen wollte. Zuletzt in einem großen Hafen landend, verlor ich mich zwischen ungeheuer bemasteten Schiffen, wo ich von Verdeck auf Verdeck stieg, um meinem kleinen Kahn einen sicheren Landungsplatz zu suchen.
An solchen Wahnbildern ergötzen wir uns, die, weil sie aus uns selbst entspringen, wohl Analogie mit unserm übrigen Leben und Schicksalen haben müssen.“ (Goethe, Italienische Reise, Ferrara bis Rom.)
Dieser Analogie der Traumbilder mit Goethes Leben soll hier nachgegangen werden. Der Traum vom Fasanenkahn, von ve