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Es ist bekannt, daß im Yoga der Schüler unter Anleitung seines Lehrers, des Guru, sieben Cakras oder Lotosblüten zu entwickeln hat, die ihm nacheinander ungewöhnliche Seelenkräfte verleihen und es ihm schließlich ermöglichen, sich mit der Gottheit zu vereinigen.
Im Abendland finden wir den gleichen Weg der sieben Stufen in den Geheimnissen der Alchimie niedergelegt, die das mit dem Kirchendogma schwer vereinbare Geheimnis der Selbstbefreiung des Menschen in Symbolen tarnte, die nur dem durchsichtig sind, der mit dem Weltbild der Astrologie zutiefst vertraut ist.
Wenn wir uns nun im folgenden mit den vier ersten Stufen der beiden oben genannten Systeme näher befassen, so werden wir erkennen müssen, daß sie nahe verwandt sind mit dem Wege, auf dem die Psychoanalyse Menschen zu ihrer Individuation oder Ganzmachung zu führen versucht.
Allerdings müssen wir uns dabei immer vor Augen halten, daß die Psychoanalyse sich mit einem völlig anderen Menschenmaterial befaßt als Yoga und Alchimie. Während es sich hier zum großen Teil um seelisch Erkrankte handelt, die sich im Leben nicht mehr zurechtfinden können, sind Yogis und Alchimisten Menschen, denen die Inhalte des materiellen Lebens nicht mehr genügen und die nach neuen Seelengehalten suchen, die sie erfüllen könnten. Hier haben wir Kranke vor uns, die Hilfe beim Arzt suchen, dort rüstige Kämpfer, die bereit sind, sich jeder Gefahr zu unterziehen, um ihr Abenteuer tapfer zu bestehen. Wie gefährlich dieses Abenteuer ist, werden wir im folgendein erkennen. Deshalb wird vom Yogi strenger Gehorsam gegenüber seinem Lehrer verlangt und vom Alchimisten demütige Gottesliebe, die ihn davon abhält, auch nur einen Schritt in der geistigen Entwicklung weiter zu tun, ehe nicht die vorhergehende Stufe voll erwirkt ist.
Der Inder bemüht sich, durch seine Übungen sieben Cakras zu entwickeln, seelische Zentren, die er mit Rädern (Cakra) oder Lotosblüten (Padma) vergleicht. Diese Zentren haben gewissermaßen ihre Spiegelpunkte im Nervensystem, ü