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Der vorliegende Bericht beansprucht die Freiheit, führende Gesichtspunkte des Kongresses herauszuheben und ausführlicher darzulegen unter Verzicht auf eine erschöpfende Aufzählung des Gebotenen. Maßgebend für die Auswahl war die Absicht, am Thematischen möglichst die Arbeitsrichtungen in Art und Konvergenten darzustellen.
Der erste Tag galt der Neurologie. Nach der Eröffnung durch Ewald und Kretschmer begann v. Weizsäcker mit dem ersten Hauptreferat “Funktionstwandel und Gestaltkreis im Nervensystem“. Seine These war: “Der Funktionswandel ist, richtig erfaßt, ein Gestaltkreis.“
(Zur Information: Der Begriff „Funktionswandel“ stammt aus der neurologischen Klinik und besagt, daß sensible oder optische Leistungen bei wiederholter Beanspruchung sich ändern, sei es, daß gleichartige Reize mit zunehmender Wiederholung keine Effekte mehr zeitigen, oder daß sich der Empfindungscharakter dabei qualitativ ändert. — „Gestaltkreis“ heißt die Struktur, welche ein biologischer Akt bekommt, wenn das Subjekt, das diesen Akt vollzieht, in dessen. Struktur vollgültig aufgenommen wird. Beispiel: Wenn jemand Schwindelerscheinungen hat, so wird nicht nur beobachtet, ob und wie sein Vestibularorgan affiziert ist oder ob und wie seine motorischen Reaktionen ablaufen, sondern zugleich, was er dabei subjektiv wahrnimmt. Tut man dies, so zeigt sich, daß objektive Bewegung und subjektive Wahrnehmung im Verhältnis der Äquivalenz zueinander stehen. Das heißt, man kann sein Gleichgewicht dadurch erhalten, daß man entweder Bewegungen ausführt oder statt dessen Scheindrehungen wahrnimmt. Subjektiv erscheinende Zirkularvektion und objektiv getätigte motorische Duktionen sind gegenseitig ersetzbar — etwa in der Sprache ein Wort oder ein Befehl in eine Exekutive transformiert und solchermaßen ersetzt werden kann. Dies ist die Grundstruktur im Gestaltkreis. Der Ansatz verlangt also prinzipiell, daß er die Wirksamkeit des Subjekts wahrnehme, erforsche und benutze.)
Nun zurück: „Funktionswandel ist, richti