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Vom 19. bis 21. August 1949 fand in Zürich auf Einladung der „Schweizerischen Gesellschaft für Psychologie“ eine Zusammenkunft von Rlorschach-Interessenten aus 15 Ländern statt. Neben den organisatorischen Fragen — der Gründung einer internationalen Rorschachzeitschrift und Gesellschaft — waren die theoretische Grundlegung, methodische Fragen und die Anwendung des Testes bei verschiedenen Gruppen von Gesunden und Kranken die Themen der Vortragsgruppen. Notwendigkeit und Bedeutung dieses Kongresses ergibt sich aus der ungeheuren Verbreitung, die der „Formdeutversuch“ in vielen Ländern, vorweg in den USA, gefunden hat.
Aus zahlreichen Referaten ragte Manfred Bleulers (Zürich) Bericht „aus 29jähriger klinisch-(psychiatrischer) Erfahrung mit dem Rorschachtest“ hervor. Es wurden Verwandte Schizophrener untersucht, es konnten, mußten aber nicht latente Schizophrenien aufgedeckt werden. Nach Bleuler spiegeln die Familienuntersuchungen Schizophrener im Ro-Protokoll das Schizophrenieproblem unserer Tage — zwischen „konstitutionspathologischer und psychogenetischer Deutung“. Sie zeigen, daß die psychischen Inhalte wie die psychischen Formen, beide gleichermaßen, von angeborenen Reaktionsbereitschaften und ihrer umweltabhängigen Lebensentwicklung bedingt sind und nicht etwa die Form der Persönlichkeit nur von der Konstitution, die Ideeinhalte nur von der Erfahrung abhängig sind.