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Während des Krieges fanden in der Schweiz etwa 300000 Flüchtlinge und Militärpersonen Asyl. Von ihnen wurden 36000 zivile Flüchtlinge in 168 Lagern und Heimen der Eidgenössischen Zentralleitung der Heime und Lager, einer Sektion des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes, untergebracht. Während und nach dem Kriege strömten auch Zehntausende von Auslandschweizern in die Heimat zurück. Von September 1945 an bis heute fanden etwa 10000 von ihnen, in erster Linie aus Gründen der Wohnungsnot, Unterkunft in Rückwandererheimen der Zentralleitung. Die Behörden sahen sich damit vor mannigfache gruppen- und individualpsychologische, organisatorische und administrative Probleme gestellt.
In Erkenntnis der großen humanitären Bedeutung dieser Aufgabe regte die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften im Herbst 1944 eine psychologische Untersuchung des Flüchtlingsproblems an. Die Ergebnisse der von uns durchgeführten Untersuchung (vergleiche „Vorläufige Mitteilung über psychologische Untersuchungen an Flüchtlingen“, Bull. Schweizer Akademische Medizinische Wissenschaft 2, 2, 1946) ließen den zuständigen Behörden eine sofortige praktische Verwertung der Resultate als dringlich erscheinen. Es wurde bei der Zentralleitung ein Psychotherapeutischer Dienst eingerichtet, der nun seit 31/2 Jahren seine Tätigkeit nach folgenden, vorher von uns festgelegten Grundsätzen ausübt:
„Dieser Dienst soll sowohl die leitenden Stellen wie auch die Flüchtlinge beraten und somit als Bindeglied zur Hebung des gegenseitigen Verständnisses und Vertrauens zwischen Leitung und Flüchtling dienen. Als Grundsatz zur Erwerbung und Wahrung dieses Vertrauens hat die strikte Einhaltung des ärztlichen Geheimnisses zu gelten.“
Es stellten sich uns grundsätzlich zwei Auf gaben :
Erstens: Psychohygienische Maßnahmen grundsätzlicher Art, nämlich Ausarbeitung von psychologischen Richtlinien für das Personal, Mitarbeit bei den grundsätzlichen Fragen und Entscheidungen des Gesamtbetriebeis, Fortbild