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Das sehr eingehende Lehrbuch der Anthropologie von Kroeber ist bei seiner Fülle an Material vor allem bestrebt, die Probleme klar herauszustellen und auf eine saubere Begriffsbildung zu dringen. So wird eindrucksvoll eingeprägt, daß es sich beim anthropologischen Forschen um Gruppenbildungen von Menschen, deren Verhalten, Produkte und Leistungen handle und somit eine biologische wie soziologischkulturelle Betrachtung gegeben sei, aber mit beiden Betrachtungsweisen nur je ein Aspekt eines Ganzen gebracht werde, wobei allerdings der kulturellen Seite die überwiegende Bedeutung zukomme, da hierin sich der Mensch grundlegend vom Tier unterscheide. Damit wird die geschichtliche Betrachtung als wesentlich zum Verständnis eingeführt und eine rein auf organischen Ursachen fußende Arbeitsweise abgelehnt, damit auch eine Überbetonung der Eugenik. Bei einer evolutionistischen Denkweise verhält sich Verfasser gegen den Fortschrittsglauben skeptisch. Gewiß seien eine Reihe von Fortschritten im Laufe der Zeit erreicht worden, wozu er Überwindung des Aberglaubens, der körperlichen Verunstaltungen und des blutigen Opfers rechnet, worin man Überwindung infantiler Züge sehen könne, Daraus sei aber kein Schluß auf eine Höherentwicklung des Menschen vom Primitiven zum Kulturmenschen abzuleiten, ebensowenig wie aus den bedeutenden Errungenschaften von Technik und Wissenschaft, die als rein kulturellsoziale Leistungen zu betrachten sind. Auch von seiten der Moral seien derartige Schlüsse unzulässig, da Moral jeweils nur auf dem Boden der betreffenden Kultur beurteilt werden könne. Trotz diesen Einschränkungen gegenüber einer vorwiegend biologischen Betrachtungsweise liegt Verfasser daran, daß die Anthropologie als eine Naturwissenschaft mit naturwissenschaftlicher Methodik und ohne jedwelche vorausgehende theoretische Vorwegnahme behandelt werde. Letzte Grundlage der Arbeitsweise bleibt somit Kenntnis der biologischen Tatsachen. So wird in den eisten Kapiteln die Stellung des Menschen in