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Der psychophysische Dualismus ist seit Descartes bewußt oder unbewußt als Grundlage fast jeder Philosophie und auch naturwissenschaftlichen Welterklärung angenommen worden, meist allerdings, indem einer Seite vor der anderen das Primat gegeben, oder indem eine Seite als von der anderen abhängig erklärt wurde, um die Schwierigkeiten der Koordination in der dualistischen Auffassung zu umgehen. Alle diese Ansichten konnten aber auf die Dauer nicht befriedigen, da sie sich einseitig einem Aspekt der Welt verschlossen oder ihn zu wenig berücksichtigten.
Wenn es nun wahr ist, daß die Entwicklung der Psychiatrie und wie mir scheint auch die der exakten und beschreibenden Naturwissenschaften dazu geführt hat, in philosophischweltan-schaulicher Hinsicht den Descartesschen Dualismus zu ersetzen durch einen Monismus, der nicht mehr materialistisch oder idealistisch ist, sondern Psychisches und Physisches nur mehr als Polaritäten oder Aspekte einer primären psychophysischen Einheit enthält, so wird es wichtig und notwendig sein, Ausschau zu halten nach Tatsachen, die die:© Ansicht bestätigen, und vor allenì, zu untersuchen, ob diese Auffassung mit dem, was wir von der Welt wissen, in Einklang zu bringen ist. Es wird sich also darum handeln, unter diesem neuen Gesichtspunkt die ganze bekannte Welt zu betrachten und zu untersuchen, wie die psychophysische Polarität auf den verschiedenen Ebenen in der Natur in Erscheinung tritt. In der Entwicklungslinie der organischen Welt wird vor allem ein Studium der „Knickpunkte“ reizvoll sein, zum Beispiel der Abzweigungsstelle des Menschen aus der Säugetierreihe, des Übergangs von den Protozoen zu den Metazoen, vor allem aber des Übergangs von unbelebter zu lebender Substanz.
Es mag auf den ersten Blick absurd erscheinen, den Versuch so weit fortzusetzen; denn wie wir ja das, was wir den psychischen Aspekt nennen, und der im wesentlichen innere Erfahrung ist, sobald wir uns von uns selber weg anderen Menschen, schließlich Tieren und so weiter