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Es werden drei Fälle von Onanie beschrieben, einer davon ziemlich ausführlich: Ein 25jähriger Mann, unverheiratet, leidet an Darmbeschwerden, an Schlaflosigkeit, Unfähigkeit zur Konzentralion, mangelnder Ausdauer und Depressionen, die auf einem immer mehr zunehmenden Schuldgefühl beruhen. Die Beurteilung derartiger Störungen als „Onanieskrupel“ ist leichtfertig und wird dem Ernst des Onanieleidens und den ihm zugrunde liegenden psychischen Bedingungen nicht gerecht: Der Patient hat einen Familientyrannen zum Vater und eine gutmütige, aber dumme Frau zur Mutter. Das Vertrauen zu den Eltern fehlt vollständig. 14jährig wurde er von einem Kameraden zur Selbstbefriedigung verführt. Seitdem kann er nicht mehr davon lassen.
Die Behandlung der Störungen kann nicht dadurch erfolgen, daß man, weil man die Ursache in der Triebhemmung sieht, zu einer Enthemmung des Tricblebens rät. Es gilt vielmehr die Realität des Schulderlebens ernst zu nehmen und vom Geiste her eine Behandlung vorzunehmen, indem man den Versuch einer positiven Triebformung macht und das, was durch Selbsterziehung verfehlt wurde, durch Fremderziehung nachholt.
Man kann dem Autor darin zustimmen, daß er sein Augenmerk nicht auf das Verdrängte, sondern auf die verdrängende Instanz richtet. Aber es geschieht, so scheint es, auf zu rasche Weise, seiner Methode haftet etwas Disziplinarisches an und der eigentliche Grund der Schuld wird nicht erreicht. Wir wissen seit F read, daß das Schuldgefühl der Neuroliker deshalb an die kindliche Onanie anknüpft, weil die Onanie die Exekutive der gesamten Sexualität ist und daher das an ihr haftende Schuldgefühl übernimmt. Die Rolle der Onanie läßt sich von der der Sexualität nicht trennen. Die Schuldgefühle auf der anderen Seite resultieren aus einer unfreien Beziehung zum Vater. Ob darum der erwähnte Heilerfolg einer einmaligen Besprechung mit dem Arzte zu danken ist oder nicht, auch der neu eingegangenen Beziehung zu einem Mädchen, die eine Lösung vom Vater andeutet, bleibe