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Viele Autoren bestreiten energisch, daß das Tier Bewußtsein hat, einige lehnen es überhaupt ab, die Frage zu diskutieren. Klages äußerte: „Wir zweifeln nicht daran, daß das Tier empfindet, fühlt, wahrnimmt… daß es Gefühle, Affekte, Strebungen hat, daß es träumt und wiedererkennt, nur daran zweifeln wir und müssen wir zweifeln, daß es Bewußtsein seiner selbst besitzt.“ Andererseits ist es für die Veterinärmediziner eine Selbstverständlichkeit, daß die Tiere Bewußtsein haben, und es ist bekannt, daß es bei Hunden und Pferden Bewußtseinstrübungen gibt. Fest steht auf jeden Fall, daß die Frage nach dem tierlichen Bewußtsein als heikel zu gelten hat. Vermutlich reden die streitenden Parteien aneinander vorbei, indem der eine unter Bewußtsein nicht dasselbe wie der andere meint. Nebenbei sei bemerkt, daß auch über den Begriff des menschlichen Bewußtseins längst nicht volle Einstimmigkeit besteht. Der Bewußtseinsbegriff der Philosophen ist nicht der der Psychiatrie. Die andere Gefahr ist, daß menschliche Maßstäbe in die Beobachtung der Tiere getragen werden. So sagt Hediger mit Recht, daß es nie jemandem einfallen wird, die Frage aufzuwerfen, ob das Tier einen menschlichen Körper hat. In psychologischen Fragen erwartet man, daß trotz der morphologischen Verschiedenheiten in der Natur sozusagen nur eine Intelligenz zum Beispiel bestehe. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unsere Referate über L. von Haartman und A. Adriaanse. Hediger zitiert Wells und Huxley, die über die Tiere geäußert haben: „They may have minds but as different from our minds as their bodies are from our bodies.“
Wir kommen bei dem Studium der vorliegenden Abhandlung zu dem Schluß, daß das Tier je nach seiner Gattungszugehörigkeit und seinem Alter eine ihm angemessene Primitivform von „Bewußtsein“ hat. Wenn das Bewußtsein der Größe, das heißt der eigenen Körpergröße, eine Form primitivsten Ich-Bewußtseins ist, dann haben auch viele Tiere, beileibe nicht alle, dieses Ich-Bewußtsein, wie Versuche zeigt