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In München tagten in der Zeit vom 1. bis 5. Oktober der Berufsverband deutscher Psychologen zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Psychologie unter dem Thema „Psychologie im Leben“. Der Kongreß stellte sich in erster Linie die Aufgabe, Umfang und Grenzen des praktischen Arbeitsgebietes des Berufspsychologen festzustellen. Das Gebiet der eigentlichen Tiefenpsychologie wurde (trotz der einleitenden verbindenden Vorträge von Kafka und Vetter) scheinbar bewußt an den Rand gerückt, als außerhalb des Arbeitsgebietes liegend aufgefaßt, zum eigenen Bereich des vorzüglich mit pathologischen Erscheinungen Befaßten erklärt und wohl auch stellenweise gemieden. Scheinbar, denn man gewann zunehmend den Eindruck, als habe die Tagung eine viel weitergehende oder besser gesagt tiefer gehende Entwicklung der gegenseitigen Einvernahme, der Überschneidungen, Befruchtung und Förderung der Gebiete enthüllt, als man in der Feststellung fast historischer Grenzsteine und kleiner Gebietsplänkeleien bewußt zugegeben hat. Zweifellos ist der lebendige Fluß neuer Einsichten, der seit Jahrzehnten aus dem Bereich der tiefenpsychologischen Forschung strömt, längst tief in die Gebiete der Fach- und Schulpsychologie eingedrungen. Die Fülle tiefenpsychologischer Einsichten, die Einbeziehung der Erkenntnisse der Freudschen Trieblehre, der Adlerschen Macht- und Geltungstheorien vor allem in jene Gebiete, die ausdrücklich dem „Diplom-Psychologen“ zugeteilt wurden: dem Schulpsychologen, dem Berufsberater, dem Erziehungsberater, dem Gefängnispsychologen und dem Betriebspsychologen, liegen ja klar zutage. Aber es scheint, als habe überhaupt die Fachpsychologie