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Das Wort „Eifersucht“ entbehrt im deutschen Sprachgebrauch der wünschenswerten Präzision. Denn es dient zum Beispiel auch der Bezeichnung von psychologischen Beziehungen und Erlebnisweisen, die zutreffender als Situationen der Rivalität, des Machttriebes, des Revancheaffektes, vor allem des Neides zu bestimmen sein würden. In vielen anderen Sprachen ist es ähn-lich. Solch irreführende Verwendung des Ausdrucks „Eifersucht“ bedeutet sozusagen eine „Regression“. Denn jene anderen Sachverhalte sind sozial-biologisch und kulturpsychologisch die älteren. Darum ist auch eine eigene Vokabel für „Eifersucht“ in den Sprachen durchweg jüngeren Datums. In manchen existiert sie gar nicht, — wie im Hebräischen, wo immer noch „Kinah“ = Neid auch da gesagt wird, wo „Eifersucht“ gemeint ist. Dazu kommt, daß ganz allgemein die begriffliche und sprachliche Differenzierung verwandten Tatbeständen gegenüber im alltäglichen Umgang mangelhaft zu sein pflegt. Leider hat sogar M. Friedmann, dem wir die erste zusammenhängende Darstellung der Psychologie der Eifersucht (im deutschen Fachschrifttum) zu danken haben, solches Mangels an Sorgsamkeit sich schuldig gemacht.
Zwischen „Neid“ und „Eifersucht“ ist die Unklarheit besonders groß. Wir müssen uns über die gegenseitige Abgrenzung mindestens dieser beiden Sachverhalte verständigen. Sonst werden Verwirrung und Mißdeutung unvermeidbar werden. „Neid“ bezieht in seinen Wirkungskreis nur zwei Individuen (oder Einheiten) ein, zwischen denen bis dahin keinerlei persönliche affektiven Bindungen bestanden zu haben brauchen. „Eifersucht“ ist ein seelisches Erleben aus einer Situation zu dritt, und zwar aus dem Gefühl verletzter oder bedrohter affektiver Bindungen. Das Subjekt dieses Erlebens ist dabei immer der Eifersüchtige selbst, aber das Objekt oder das Ziel der eifersüchtigen Emotion kann zwischen dem 2. und 3. Partner wechseln oder geteilt sein. Der „Dritte“ braucht jedoch gar nicht realiter zu existieren, sondern nur als möglich gedacht zu werd