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Wer Gelegenheit hatte, während und nach dem letzten Kriege auf Fachabtei-lungen amerikanischer Lazarette tätig zu sein, amerikanische medizinische Lehrfilme zu sehen und die amerikanische Fachliteratur zu studieren, wurde immer wieder mit drei Hauptgebieten der Behandlung psychischer Anomalien bekannt gemacht, die der amerikanischen Kriegspsychiatrie am meisten am Herzen lagen. Edward E. Strecker, Professor der Psychiatrie an der Universität Pennsylvanien sowie „Consultant for the Secretary of War to the Surgeon General of the Army and the Army Air Forces“ und desgleichen „Consultant to the Surgeon General of the Navy“ äußerte sich hierzu unter der Überschrift „Kriegspsychiatrie und ihr Einfluß auf die Nachkriegs-psychiatrie und die Zivilisation“ (veröffentlicht im Jahre 1945 als Nachdruck eines Artikels aus „Proceedings of the Institute of Medicine of Chicago“ Vol. 15) folgendermaßen:
„Der moderne Krieg hat der Neuropsychiatrie keine völlig neuen Behandlungsprinzipien aufgezeigt, aber er hat bekannte Behandlungsarten geschickt und nützlich anzupassen gelehrt. So wurde 1. die Narkoseiherapie, die man üblicherweise eine Woche lang oder zehn und mehr Tage lang anwandte, auf ein bis drei Tage verkürzt, manchmal gefolgt von zwei Wochen einer Insulin-Subschockbehandlung mit dem Resultat einer durchschnittlichen Gewichtszunahme voa etwa zwölf (englischen) Pfund. 2. Grinker empfiehlt die Narkosynthese mit Sodium Pento-thal i. v., wobei der Soldat, in eine Zwielichtzone seines Bewußtseins versetzt, durch Suggestion veranlaßt wird, das, was ihm im Kampfe zustieß, noch einmal zu erleben. Vielleicht die wichtigste Entwicklung auf dem Gebiete der psychologischen Behandlung war 3. die Anwendung der Gruppenpsychotherapie.“
Was die erwähnte Methode der Narkosynthese mit Hilfe sogenannter „Drug Hypnotics“ angeht, so wurde diese Methode derart häufig angewendet und von einer beträchtlichen Anzahl amerikanischer Autoren so eindringlich beschrieben, daß daran nicht mehr vorübergegangen