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Ohne daß die. Bedeutung des psychischen Traumas ausdrücklich abgelehnt würde, ist in der neueren Tiefenpsychologie von ihm nur noch wenig die Rede. Im Wegrücken des Phänomens aus dem Zentrum an die Peripherie der Betrachtung scheint sich ein Wandel seiner Bewertung zu zeigen, der die generelle Auffassungswandlung der Tiefenpsychologie spiegelt. Die neurotische Störung wird weniger als Folge denn als Ausdruck gesehen, und an ihrer Wurzel interessiert weniger das Ereignis als die Haltung.
Statt dessen ist der Begriff des psychischen Traumas in die Klinik eingegangen. Es kann nicht übersehen werden, daß bei zahlreichen neurotischr-funktionellen Störungen der Manifestation der Symptome ein bestimmtes Erlebnis von ausgesprochen traumatischem Charakter vorangeht. Dieses sogenannte traumatische Erlebnis wird irgendwie als seelische Belastung oder Verwundung betrachtet. Der Erlebende scheint von ihm nicht loszukommen, und oftmals bringt er es selbst über die bloß zeitliche Aufeinanderfolge hinaus in einen inneren Zusammenhang mit der nachfolgenden neurotischen Störung, Der zunächst zeitliche Zusammenhang zwischen dem traumatischen Erlebnis und der Ausbildung neurotischer Symptome drängt sich immer wieder so sehr auf, daß man allzu leicht geneigt sein kann, dem jeweiligen Trauma einen wesentlichen, irgendwie ursächlichen Anteil an der Entstehung der Störung und ihrer Symptombildung zuzuerkennen. Dies zunächst für den einzelnen Fall. Vor einer grundsätzlichen Ausdehnung dieser Ansicht auf die prinzipielle Entstehungsgeschichte der Neurosen im allgemeinen warnt jedoch alsbald die Tatsache, daß häufig das einmalige traumatische Erlebnis abgelöst scheint durch eine meist situationsbedingte seelische Dauerbelastung, und schließlich in manchen Fällen gleichartiger Symptomatologie auch eine solche anamnestisch nicht mehr aufgewiesen werden kann. Man mag im letzteren Falle zum Argument der Verdrängung seine Zuflucht nehmen. Aber abgesehen von seiner geringen Überzeugungskraft im Fall