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Die Geschichte der wissenschaftlichen Bearbeitung und Erhellung der sexuellen Perversionen läßt bis heute vier Hauptetappen erkennen. Die erste ist gekennzeichnet durch die wissenschaftliche Bestandaufnahme der Abirrungen vom „normalen“ Sexualobjekt und „normalen“ Sexualziel. Da es sich hier um eine Inventarisierung und Klassifizierung nach augenfälligen Merkmalen handelt, kann diese erste Etappe nach dem berühmten botanischen Vorbild als die des Linnéismus bezeichnet werden. Als ihr Standardwerk gilt die erste Auflage der Psychopathia sexualis von Krafft-Ebing vom Jahre 1886. Die zweite Etappe wird eingeleitet mit Freuds „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ vom Jahre 1905. Erst seit diesem kühnen und großartigen Entwurf gibt es, um mit H. Kunz zu sprechen, eine präzise Theorie der sexuellen Perversionen, und zwar eine biologisch-evolutionistische Theorie. Auf dem Boden des rein deskriptiven Linnéismus erhebt sich der rein theoretische Biologismus. Den Markstein der dritten Etappe bildet v. Gebsattels Abhandlung „Über Fetischismus“ vom Jahre 1929 im zweiten Jahrgang des Nervenarztes. Die hier entwickelten Gedankengänge werden fortgesetzt und vertieft in der