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Es handelt sich um einen glücklichen Versuch, den Vorgang der Wertung psychologisch zu erfassen.
Der taxierenden Wertung, die sich des Wertes als Besitz zu bemächtigen versucht, stellt der Verfasser die emphatische Wertung gegenüber, in der sich der Wertende dem Wert hingibt. Für beide Bezüge wird das Verhältnis des Wertenden zum Wert, sein Verhältnis zum Akte der Wertung, sein Verhältnis zu sich selbst und sein Verhältnis zur Umgebung festgelegt. Es steht also ein Typus des taxierend Wertenden dem Typus des emphatisch Wertenden gegenüber.
Der Schwerpunkt des taxierend Wertenden liegt eigentlich nicht im Wertenden, sondern in Konventionen. Er verkörpert die Ansichten der Welt, der er sich verschrieben hat, und bekommt nur aus dem Anerkannten seinen Halt. Die innere Unsicherheit wird mit „das tut man“ oder „so etwas tut man nicht“ verkleidet. In seinem Besitzstreben drückt sich ein „kennzeichnender Zug ungeadelter Männlichkeit“aus.
Der Typus des emphatisch Wertenden bildet sich um einen Kern, der sich als Religiosität bezeichnen läßt, gleichviel auf welches Wertgebiet er gerichtet ist. Er geht auf das Leidenschaftliche, das nicht immer an religiöse Werte im herkömmlichen Verstande gebunden sein muß. Er ist — charakterologisch gesprochen — Idealist und trifft sich etwa mit dem „dämonischen Menschen“ Goethes.
Im Zwiespalt zwischen Streben nach Besitz und Hingabe wird beim Emphatischen die Hingabetendenz überwiegen. Dabei soll über die eigentlichen moralischen Werte oder über die soziale Brauchbarkeit des einen oder anderen Typus mit der gruppierenden Festlegung nichts ausgesagt werden.
Zwei weitere Formen wertender Stellungnahme sind Wertentfremdung und naive Wertung. Die Distanz zum Wert kann von innen heraus ästhetisch, intellektualistisch, intellektuell kritizistisch und humoristisch erreicht werden oder als Resultat einer gewissen Gutmütigkeit bei mangelndem Zielstreben (gewisse Landstreichertypen). In jedem Fall verliert dann die Beziehung zum Wert das Unmittelbare, es