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Ein wertvoller und origineller Beitrag zur charakterologischen Ausdruckslehre der Rede- und Schreibweise des Menschen. — Verfasser gibt zunächst rein phänomenologische Beschreibungen einzelner, von einander unterscheidbarer „Stilmomente“ (Stilgestalten). Ein Beispiel, die unterschiedliche Gestalt des Anfangs einer Rede. Wir erleben unterschiedliche Arten des „Angesprochenwerdens“: ein direktes, unvermitteltes Hereinbrechen in unsere Sphäre, oder ein „Anklopfen“, — ein schnelles Zufassen oder ein sachtes Vorzeigen. Ähnlich zeigt das Ende einer Rede bald mehr einen aprupten Abschluß, wie wenn man eine Tür hinter sich zuschlägt, („Das bestreite ich, und gewärtige ich den Beweis.“) oder ein freundliches Nochverweilen beim Angeredeten, ein weiches Absinkenlassen des Redekontaktes, ein behutsames Loslassen.
In dieser Art werden nun alle wichtigsten Stilmomente beschrieben: die unterschiedlichen Arten des „Flusses der Rede“, die Proportion von Sinnfülle und Wortfülle, die Ausdruckscharaktere der „Geistigkeit“, der „Konzentriertheit“, „Präzision“, — die „kategoriale Verschiebung“ (Verschiebung vom Verbalen zum Substantivischen mit der darin eingeschlossenen Verdichtung), die verschiedenen „Ordnungsweisen“ des Stoffes: das bloße kindliche Nacheinander, das einfache Nebeneinander, das Gegeneinander und endlich das Ineinander. (Kata-Para-Anti- und Hypotaxis). Die verschiedenen Arten des „Numerus“ werden beschrieben (die Verteilung des Sinngewichtes auf Satz-Anfang, -Mitte oder -Ende). Besonders wichtig der Unterschied zwischen Aktion und Qualität, das heißt zwischen der Häufung von Tätigkeitsaussagen gegenüber den Aussagen qualitativer Art. Etwa in der Mitte zwischen beiden die Zustandsaussage. Verfasser unterscheidet drei Arten der Negation: die konstatierende, die resignierende, die kategorische. Sehr hübsch das kurze Kapitel über „Wörter mit Beigeschmack“, der dann erlebt wird, wenn ein Wort aus der ihm ursprünglich zukommenden Sphäre herausgenommen wird. (Bei Luther hat der