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Helene Deutsch hat 1925 die erste zusammenfassende Darstellung der psychoanalytischen Auffassung der Weiblichkeit („Psychoanalyse der weiblichen Sexualfunktionen“) gegeben. 1944/45 ist von ihr dann ein zweibändiges Werk: „Psychology of Women. A psychoanalytic Interpretation“ erschienen, das in Amerika offenbar einen großen Erfolg gehabt hat; vom 1. Band sind bis 1946 bereits acht Auflagen herausgekommen. Von ihm liegt nun die deutsche Ausgabe vor, nicht eine wortwörtliche Übersetzung, sondern anscheinend die eigene deutsche Fassung der Autorin. Obwohl sie sich von der analytischen Fachterminologie weitgehend befreit hat, darf das Buch als das repräsentative Dokument der psychoanalytischen Interpretation der Weiblichkeit angesehen werden — auch insofern, als es beinahe ängstlich die nicht-analytische einschlägige Literatur unberücksichtigt läßt und daher eine unvermeidliche Enge und Einseitigkeit bewahrt. Trotzdem ist die überlegene kritische Distanz der Verfasserin zu ihren eigenen früheren Ansichten unverkennbar, die sich zum Beispiel darin zeigt, daß sie heute das Gewicht des Penisneides als Faktor in der Entwicklung der Weiblichkeit gegenüber der seinerzeitigen Überschätzung auf das wirklichkeitsadäquate Maß reduziert. Bedauerlich bleibt, daß die wenigen eingehender dargestellten Fälle der Fürsorgepraxis und der Belletristik, nicht aber der analytischen Praxis der Autorin entnommen sind. Im übrigen