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Eine der ersten Arbeiten der United Nations Educational Scientific and Cultural Organisation war eine Bestandsaufnahme der Erziehungsbedingungen in den kriegsgeschädigten Ländern, die der Unesco angehören. Ein technisches Komitee, dem der Wiederaufbau des Erziehungswesens übertragen war, holte von Lehrern, Psychologen, Gesundheits-und Erziehungsbehörden aller betreuten Länder Antworten auf viele Fragen ein, die sich dem Erzieher der kriegsgeschädigten Jugend in der ganzen Welt stellen. Dreiundzwanzig solcher Fragen sind von L. S. Kenworthy formuliert und mit ihren Antworten zusammen abgedruckt. Deutschland ist in der Unesco nicht vertreten und also nicht mitgefragt; aber die meisten Probleme, die Polen, Griechenland, Frankreich und England zu schaffen machen, sind bei uns nicht minder brennend. Sie reichen von der materiellen Not, der Zerstörung der Schulhäuser, dem Mangel an Unterrichtsmaterial und Kleidung, von der physischen Not, dem Hunger und der untergrabenen Gesundheit, über Fragen des Unterrichts und des Lehrplans und über Probleme der Behandlung von seelischen Schwierigkeiten bis zu der letzten Frage nach dem Sinn und der Aufgabe der Erziehung überhaupt. Man merkt es der Zusammenstellung an, daß die Antworten aus verschiedenen Lagern und Ebenen kommen. Von einer Sammlung von Anregungen aus aller Welt darf man keine geistige Einheit erwarten. Angelsächsischer Wirklichkeitssinn beherrscht die Schrift. Die Methoden zur Herstellung von Kreide und Kohlestiften sind ebenso ausführlich dargestellt wie die zur Überwindung der Reizbarkeit und Nervosität. Daneben fehlt es nicht an feinsinnigen Beobachtungen der Kindesseele, unter denen sich die Beiträge des Nationalen Komitees für geistige Hygiene in Kanada und der Internationalen Studienwochen für das kriegsgeschädigte Kind (Sepeg) herausheben. Im ganzen scheinen die geschädigten Länder mehr diagnostische, die verschonten Länder mehr therapeutische Beiträge geliefert zu haben. Indessen sind Landesgrenzen keine Schra