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„Massensuggestion“ ist ein viel gebrauchter und auch oftmals mißbräuchlich benutzter Begriff. Wir müssen aus dieser Sackgasse der Begriffsverwirrung geraten, ehe wir diesen Ausdruck an praktischen Beispielen prüfen können. Eine klare Definition des Begriffes ist nicht ohne weiteres zu geben, da dieses Wort in verschiedenem Sinn angewandt wird. Das ergibt sich auch aus der Literatur.1)
Oftmals will man mit „Massensuggestion“ die gleichgerichtete Neigung vieler Individuen andeuten, sich in bestimmten Hinsichten suggerieren zu lassen und sich übereinstimmenden Autosuggestionen hinzugeben. Es liegt auf der Hand, daß man hier eigentlich nicht das Wort „Massensuggestion“ anwenden darf, obgleich dies häufig, mit Unrecht, angewandt wird.
Es ist richtiger, erst dann von „Massensuggestion“ zu sprechen, wenn der Prozeß der Suggestion durch das Zusammensein vieler Menschen oder durch ihr Gefühl von Zusammengehörigkeit entscheidend beeinflußt, und zwar meistens befördert wird. Tatsächlich wird im allgemeinen von „Massensuggestion“ gesprochen, um anzudeuten, daß von einem einzelnen Menschen ein suggestiver Einfluß ausgeht; dieser wird durch gewisse Faktoren verstärkt, welche nach Entstehen und Wirkung von dem Zusammensein in einer Gruppe abhängig sind.
Es ist die Aufgabe der Massenpsychologen, zu prüfen, ob und inwieweit diese Suggestionen der Intelligenz und dem Ideal-Ich Abbruch tun. Denn dies ist am Ende die Problemstellung, wovon die Massenpsychologie ausgegangen ist. Hierauf beruht der oftmals umstrittene Gegensatz zwischen Individuum und Masse als einer Gruppe menschlicher Individuen mit besonders gearteter Wechselwirkung. Wir wollen den Begriff „Masse“ dem der „Menge“ gegenüberstellen und unter diesem eine Gruppe von Individuen verstehen, bei welcher keine oder nur eine äußerst schwache Wechselwirkung zu beobachten ist.
Eine Antithese zwischen einer Psychologie des Individuums und einer der Masse zu konstruieren ist nicht stichhaltig, und zwar deshalb nicht, weil das Individuu