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Ich kam 1949 zum Kongreß der Neurologen und Psychotherapeuten in Göttingen aus philosophischem Interesse, um zu sehen, wie heute wohl mit den Begriffen des Physischen, Somatischen, Materiellen, Physiogenen und des Psychischen, Geistigen, Immateriellen, auch Spirituellen und Psychogenen in freiem Austausch gearbeitet werde, aber es zeigte sich, daß die Beschreibung der Vorkommen ganz im alten Stil geschah, und wenn am Schluß eines Vortrages der Vortragende versicherte, daß man ja im übrigen bedenken müsse, daß beides nur zwei Seiten einer Einheit seien, so war ich einigermaßen enttäuscht, denn aus dieser — Erkenntnis darf man kaum sagen — Behauptung wurde schlechterdings die Konsequenz nicht gezogen, vielmehr blieben die Begriffe durchaus unscharf und unklar in der Abgrenzung; klar definiert wurde auch da nicht, wo ausdrücklich die Frage gestellt wurde, was in der Neurose psychogen sei und was nicht. Im ganzen wurde doch getan, als wären Physis und Psyche noch irgendwelche Substanzen, die irgendwie in der doch zumeist perhorreszierten Wechselwirkung stünden. Dabei bestand immer das herkömmliche Gefühl, daß man zwar ohne weiteres zu wissen glaube, was physisch sei, aber nicht ganz so genau, was psychisch, sondern damit in dem Sinne der recht merkwürdigen Rickertschen Definition arbeite, daß psychisch eben das Nichtphysische sei, von dem jeder genau wisse, was es sei. Nun geht weder dies noch das andere an, daß man behauptet, es bestehe eine Leib-Seele-Einheit — ein Verlegenheitsterminus mit durchaus dualistischem Untergrund —, obwohl man die beiden Partner nicht präzise zu definieren versteht und die Phänomene nicht danach beschreibt. Ich habe 1934 in der Zeitschrift für Psychotherapie den Beobachtungsfehler des Psychophysismus aufzudecken versucht, der entsteht, wenn man von Physis und Psyche spricht, aber den Beobachter, der darüber aussagt, vergißt. Da weder der Körper noch die Seele der Beobachter sein kann, weil so oder so ein Beobachtungszentrum als Rest übrigbl