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Das seit drei Monaten in Frankfurt bestehende „Institut für Sexualforschung“ hatte für die Zeit vom 12.—14. April zu einer ersten „Sexualwissenschaftlichen Arbeitstagung“ geladen. Das Thema lautete: „Ergebnisse der Sexualforschung.“ Gleichzeitige Aufgabe der Tagung war die Gründung und Satzungsfestlegung einer „Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung e. V.“
Der Kreis der Geladenen gab einen ersten Hinweis auf die Weite der Fragestellung. deren Bearbeitung der Verein sich künftig zur Aufgabe stellen will. Von vornherein wurde von der Leitung des Institutes (Dr. Dr. Giese, Frankfurt) eine strenge Distanzierung von früheren Unternehmungen gleichen Namens gefordert. Es handle sich nicht mehr um sammelnde, registrierende und beschreibende Erfassung sexueller Erscheinungen und Randerscheinungen, sondern um die Erforschung der Sexualität als Form menschlicher Kontaktbildung und ihrer Einordnung in das gesamte Leben. Diese Betrachtungsweise erst rechtfertigt die Heranziehung von Wissenschaftlern scheinbar weit auseinanderliegender Arbeitsgebiete, der Ärzte, der reinen Biologen, der Anatomen, der Psychiater, Psychologen, Psychotherapeuten wie auch der Juristen, Kriminologen und Soziologen. Dieser weite Umkreis des Arbeitsgebiets der ersten Tagung hatte seine Vor- und Nachteile. Der Vorteil: interessante selbständige Arbeitsberichte aus verschiedenen Gebieten, die teils nur am Rand auf das Gesamtthema hinwiesen. Der Nachteil: es konnte aus diesem Ansatz heraus zumindest auf einer ersten Tagung nicht gelingen, zu einer klaren Fragestellung für die weitere Arbeit des neugegründeten Vereins zu gelangen. Ganz offenbar wurde das Überwiegen des Vorteils von den Tagungsteilnehmern dankbar empfunden. Das überragende Niveau wissenschaftlicher Berichterstattung, der Einblick in die teilweise großartigen Leistungen exakter Forschung, die, wenn auch vorerst noch kaum zu einer Übereinstimmung zu bringende Mannigfaltigkeit der Ansicht vom Menschen waren lohnend. Aus der großen Anzahl