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Unter drei Gesichtspunkten, die in der Regel im konkreten Fall nicht rein realisiert sind, läßt sich eine Lehre kritisieren: 1. von ihren eigenen Voraussetzungen her (die sogenannte immanente Kritik); 2. im Hinblick auf den Wirklichkeitsbereich, der das Thema der fraglichen Lehre bildet und mit dem diese konfrontiert wird; 3. von einer andern Theorie aus. Fruchtbar und die Sache fördernd sind vor allem die zwei ersten Arten der Kritik, obzwar auch das zuletzt genannte Vorgehen keineswegs notwendig steril bleiben muß, wenngleich es häufiger dem „Rechthabenwollen” (des Kritikers oder der von ihm vertretenen Schulmeinung) als der sachadäquaten Erkenntnis dient. Matusseks Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse — denn um eine solche handelt es sich in seinem Buch wesentlich — bewegt sich nun hauptsächlich in der Dimension, die durch die dritte Form der Kritik umgrenzt wird: und zwar, wie vorbehaltslos zugestanden werden soll, auf einem sehr beachtlichen Niveau und mit einer unverkennbaren Anstrengung zur ruhigen Sachlichkeit. Trotzdem verläuft sie, auf ihren Gegenstand, die Psychoanalyse, hin gesehen, im Sand, weil sie sich fast durchwegs an den schwächsten Teil des Freudschen Lehrgebäudes — der grob als sein verfehlter Interpretationsversuch der „geistigen Phänomene” umrissen sein mag — hält und den entscheidenden Gehalt: die von der Psychoanalyse aufgedeckten und gedeuteten wirklichen Geschehen und Geschehenszusammenhänge kaum berührt. Der unhaltbaren, jedenfalls nicht ausreichend empirisch begründeten psychoanalytisch-genetischen Deutung der Sittlichkeit, des Gewissens, des Unsterblichkeitsglaubens, des Geistes stellt der Verfasser eine „metaphysische”, das heißt die raumzeitliche Realität transzendierende Interpretation entgegen, die indessen für denjenigen, der an die „Richtigkeit” dieser Deutung nicht von vornherein „glaubt” oder an ihr nicht im selben Maße interessiert ist wie Matussek selbst, keineswegs überzeugender und verbindlicher ist als jene. Denn die A