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Theoretische Erläuterungen und zahlreiche praktische Beispiele wollen uns ein Verständnis des Prinzips gruppenanalytischer Wirksamkeit vermitteln. Obwohl die Gruppenanalyse in ihrer Entstehung auf den Erkenntnissen der Psychoanalyse basiert, ist ihre Methodik von der eigentlichen psychoanalytischen Methode sehr different. Gruppenanalyse ist also nicht Psychoanalyse „en masse” (und auch nicht nur eine aus der Not geborene Tugend), sondern sie hat entsprechend ihrem andersartigen Wirkungsfeld ihr eigenes therapeutisches Instrument entwickelt. Ist die Psychoanalyse streng eine Beziehung zwischen nurzwei Menschen, werden in der psychoanalytischen Sitzung mit Hilfe der freien Assoziation zu den Träumen die Konflikte des Patienten bis in ihre frühkindlichen Ursachen verfolgt und bewußt gemacht, so bemüht sich die Gruppenanalyse mehr nur um die Lösung der augenblicklichen wesentlichen Schwierigkeiten und Lebensaufgaben der Gruppenmitglieder (etwa 7-9 Personen). Hier könnten sich erste Bedenken gegen die Gruppenanalyse anmelden (und werden auch von den „eigentlichen Analytikern” immer wieder geltend gemacht), nämlich: wie ist es möglich, Neurosen ohne die Aufdeckung frühkindlicher Traumen zu heilen? Die Antwort auf diese Frage wird nicht theoretisch, sondern praktisch innerhalb und durch die Gruppenarbeit entschieden. Während der Gruppensitzungen zeigt sich nämlich früher oder später, ob ein Gruppenmitglied noch eine psychoanalytische Behandlung braucht, die dann gleichzeitig mit der Gruppenanalyse gegeben werden kann (sogenannte “combined groups”), oder der Patient wird ausschließlich psychoanalytischer Behandlung zugeführt. Damit ist zugleich etwas über die Auswahl der Patienten für eine Gruppenanalyse gesagt. Gemeinsam ist Psychoanalyse und Gruppenanalyse die Benutzung des Übertragungsmechanismus, mit dem Unterschied aber, daß in der Gruppensituation zwar vorwiegend auf den Therapeuten, aber auch auf alle andern Gruppenmitglieder wechselseitig übertragen wird. Ferner in