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Inhalt: Das vorliegende Buch Walter Winklers, Oberarzt von Prof. Kretschmer, ist eine Anwendung der konstitutionsbiologischen Arbeiten Kretschmers auf die moderne Kunst.
In dem reichhaltigen, mit vorzüglichen Reproduktionen ausgestatteten Werk, wird der Leser erst mit den wichtigsten modernen Kunstrichtungen vertraut gemacht, Expressionismus, Kubismus, Futurismus, Surrealisten, für die Winkler zusammenfassend den glücklich gewählten Ausdruck des „modernen Antinaturalismus” prägt. In einem weiteren Abschnitt analysiert Winkler die „Symptomatik des modernen Antinaturalismus” und stellt als erstes das Prinzip der Stilisierung fest, die er weiterhin in Typisierung, Formvereinfachung und Formwiederholung unterteilt. Unter Typisierung versteht Winkler das Streben nach Abstraktion, die Betonung des nicht dem Zufall unterliegenden Gesetzmäßigen, die Suche nach ideellen, absoluten Maßstäben, die der Maler in seinem Gemälde zu fixieren sucht. (Beispiel: Marc, Cézanne, Picasso, Kubismus.) Formvereinfachung wird ersichtlich an musikalischen und architektonischen Beispielen aus der Plastik, der modernen Musik und Architektur (Haizmann, Mataré), die Formwiederholung vor allem auch bei Hodler, (Beispiel: „Auserwählte”), in der bestimmte Gestalten oder Gruppen, in der Architektur Bögen oder Säulen, die Tendenz zur Wiederkehr in nur geringfügig abgewandelter Form haben. In „Intuition und Konstruktion” stellt Winkler zwei Künstlertypen einander gegenüber, den Intuitiven wie Nolde oder Kubin und den mehr Konstruierenden wie Schlemmer oder Schwitters. Auch die „analytischen Tendenzen” werden beachtet, wie sie im Neo-Impressionismus (Seurat) vorliegen, die aber Winkler auch im Kubismus und sogar im Surrealismus (bei Montagebildern) festzustellen glaubt — analytisch allerdings