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An Hand von einigen eindrucksvollen Beispielen aus ihrer Praxis als Erziehungsberaterin in Zürich zeigt Verfasserin die ursächliche Bedeutung der seelischen Ungeborgenheit des Kindes bei Schwererziehbarkeit und Verwahrlosung. Zur gesunden Entfaltung eines Kindes bedarf es einer Atmosphäre des Geborgenseins, des Angenommenseins durch die Eltern, vor allem durch die Mutter. Die hier geschilderten Kinder sind dagegen nicht in einer „Heimat”, sondern in einer „Mitwelt” oder gar nur „Umwelt” großgeworden.
Als „Umwelt” wird das Elternhaus eines Kindes bezeichnet, in dem die Erziehung des Kindes für den späteren „Kampf ums Dasein” im Mittelpunkt steht, wo das Können und Wissen als höchstes Ziel gilt, wo der Wunsch vorherrscht, das Kind solle es „weiter bringen” als seine Eltern, es solle ein „sicheres Auskommen” oder eine „gehobene Stellung” erreichen. In diesem Fall fehlt die innere Verbundenheit mit den Eltern, denn sie stellen nicht das Mit-dem-Kind-Leben oder Erleben in den Mittelpunkt, sondern ihre eigene Einstellung zur Welt. So schildert die Autorin einen sechsjährigen Jungen, dessen Vater den Buben früh an das richtige Arbeiten gewöhnen will und ihn zum Beispiel einmal einen Nachmittag lang von 2 bis 6 Uhr dieselbe Vorlage solange abzeichnen ließ, bis die Kopie aufs letzte Strichlein mit der Vorlage übereinstimmte. In die Schule gekommen, ist er dort völlig unfähig, den Anforderungen zu genügen, ein ängstliches, scheues Kind. In diesem Beispiel zeigt sich, wie Lebenstechnik als Ziel, Können als Mittel die normale Entwicklung eines Kindes stören können.
Als Mitwelt bezeichnet die Verfasserin die Umgebung des Kindes, in der der Akzent nicht auf Lebenstechnik, sondern auf Lebensform gelegt wird, das heißt wo das Wollen, das Bestreben, das Rechte zu tun, im Mittelpunkt steht. Hier bestimmt der moralisch-geistige Aspekt die Erziehung, die eine Erziehung zur Entscheidung, zur Stellungnahme wird. Im Gegensatz zur „Umwelt” erlebt das Kind in dieser Umgebung eine „Mitwelt”, d