You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Geschrieben von einem gütigen, religïos tief erfaßten, lebenskundigen Krankenseelsorger, schenkt das schlichte Buch eine Fülle eindrucksvoller Ratschläge, die nicht nur jungen Pfarrern vorzügliche Dienste leisten. Als Inhalt der Seelsorge bietet der Verfasser fast nie, wie es heute wieder mitunter geschieht, komplizierte, dem modernen Menschen fremde, ihn eher zurückstoßende Dornenhecken aus Dogmen dar, durch die der lebenshungrige, in seelischer Not steckende Hilfsbedürftige gehetzt wird mit der Weisung, diese rationalisierenden Theologenprodukte entweder zu glauben, oder auf Seelsorge zu verzichten und als glaubenslos dem ewigen Verderben zu verfallen; Riecker bleibt im Wesentlichen beim schlichten Evangelium. Und er weiß, daß man die befreiende Heilswahrheit nicht eintrichtern kann, sondern der sörgfältigen psychologisch-pädagogischen Schulung bedarf, um das seelsorgerliche Ziel zu erreichen. Was er über die priesterlichärztliche Grundhaltung des evangelischen Helfers sagt (Seite 8f.), darf als vorbildlich bezeichnet werden.
Aber die Durchführung dieser schönen Grundsätze erweckt einige Bedenken. Riecker ist trotz einiger Kenntnisse der Tiefenpsychologie unterwegs stecken geblieben