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Das 1. Kapitel (32 Seiten) „Was ist Christentum?” behandelt das Evangelium Jesu, Paulus, Johannes, und die Kirche mit ihrem Bekenntnis. Im 2. Kapitel (60 Seiten) wird erörtert „Die Stellung des Christentums zu den Grundproblemen der Welt-und Lebensanschauung”, als welche genannt sind: Erkenntnis, Gott, Natur, Geschichte, Ethik, Staat, Volkstum. Das 3. Kapitel (332 Seiten) „Gegenbewegungen” bespricht Renaissance, Humanismus, Aufklärung, neuen deutschen Humanismus, Philosophie des deutschen Idealismus, Romantik, historisch-kritische Erforschung der Bibel, Religionswissenschaft, Nietzsche, Sozialdemokratie und Unglaube der Massen, Rassentheorie, Christenheit, alles in Beziehung auf das Christentum. Ein 4. Kapitel (50 Seiten), umfassend die Krisis der christlichen Dogmatik, der christlichen Ethik und die Gesamtlage der Kirchen, sucht „Die Bilanz des Christentums” zu ziehen.
Wie der über 80 Jahre alte Verfasser, von dessen Kopf eine ausdrucksvolle Studie beigegeben ist, zu seinem Werk steht, ergibt sich aus den ersten Seiten des Vorworts: „Dieses Buch ist von einem Laien für Laien geschrieben. Es wird daher auf fachmännischer Seite voraussichtlich als diletantisch empfunden und beurteilt werden. Aber auch der Kundige wird, wie ich hoffe, bemerken, daß ich nicht ganz wie der Blinde von der Farbe rede; das hätte mir schon mein wissenschaftliches Gewissen nicht erlaubt.”
Das Schlußwerk einer über fünfzigjärigen wissenschaftlichen Tätigkeit ist ein psychologisches Ergebnis redlichen persönlichen Mühens. Darüber hinaus handelt es sich um jahrhundertealte Probleme, deren europäisches Ausmaß heute wieder deutlicher wird. Das infolge seiner schlichten Sprache leicht lesbare Buch ist gut ausgestattet. Die innere Auseinandersetzung muß bei einem so verwickelten Gegenstand dem Leser überlassen bleiben.