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Der Verfasser, als Jurist und Sozialphilosoph bekannt, gibt in diesem Werk, dessen erste Auflage bereits im Jahre 1926 erschienen ist, eine Wissenschaftslehre, mit der er in mancher Beziehung eine Neuordnung der allgemeinen und besonderen wissenschaftstheoretischen Grundlagen erstrebt. Der hauptsächliche Wert des Buches liegt in der klaren Herausarbeitung und übersichtlichen Darstellung der Probleme. Gegen die versuchte Lösung mancher grundsätzlicher Fragen wird man freilich Bedenken haben können. Der Verfasser verlangt Voraussetzungslosigkeit, aber nicht Standpunktlosigkeit (Seite 10/11), (obgleich der Unterschied schwer einzusehen ist, da ja eben in dem jeweiligen Standpunkt eine wesentliche Voraussetzung liegt). Aber das „Leben” oder „Erleben”, das der Verfasser als Ausgangspunkt wählt (“insofern ist alles relativ, nämlich bezogen auf das Leben”) ist selbst ein vieldeutiger Begriff (ich erinnere an die verschiedenen Auffassungen von Dilthey, Klages, Scheler, Heidegger), an Vieldeutigkeit übertroffen nur von dem Begriff des Wertes, der im Mittelpunkt der gesamten Erörterung steht, und zwar sind es die Kulturwerte, die dabei Ziel und Richtpunkt bilden. Auf die Kulturphilosophie und insbesonderedie Sozialphilosophie müsse sich jede Wissenschaft orientieren. Sauer arbeitet hier mit zwei Grundbegriffen: Grundgesetz — das ist die oberste Gesetzmäßigkeit einer Wissenschaft — und Wertmonade, Leibniz zu Ehren so genannt, objektivierter Wert, nicht nur subjektiv-kritisch, sondern objektiv-ontologisch gemeint, am ehesten wohl den platonischen Ideen verwandt, ein sprachlicher Ausdruck für das kleinste Sinnvolle innerhalb einer Wissenschaft (Seitei 22); die einzelnen Wissenschaften unterscheiden sich nur dadurch voneinander, daß die gesetzmäßige Verknüpfung der Wertmonaden auf verschiedene Weise erfolgt, je nach dem Grundgesetz der betreffenden Wissenschaft. Nur von diesem aus ist das Ganze zu erfassen (Seite 34). Das Grundgesetz ist Erkenntnisbedingung für sämtliche denkbare