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Aus der Geschichte der Tierpsychologie geht deutlich deren Tendenz hervor, sich zuweilen hartnäckig in bestimmten Sackgassen festzufahren oder auf der Bearbeitung einzelner Teilprobleme übermäßig lange zu verharren. Auch heute läßt sich eine Aufteilung in wenige Schulen mit bestimmter Problemstellung unschwer erkennen. Schon aus diesem Grunde ist jeder frische Impuls dankbar zu begrüßen, besonders wenn er so anregend ist wie der von Peters gegebene Anstoß zu neuer Betrachtungsweise. Daß dem Autor die Literatur unter den gegebenen Verhältnissen nicht vollständig vorgelegen hat, ist nicht unbedingt ein Nachteil. Daß er die Säuger, also gerade die Tiere mit dem am wenigsten starren Verhalten völlig außer acht läßt, bedingt eine gewisse Einseitigkeit, die aber deswegen in Kauf genommen werden kann, weil es dem Autor vor allem darum zu tun ist, Grundfragen, dasheißt Grundsätzliches aufzuzeigen. Dazu genügen die beiden von ihm gewählten Beispiele: Die Familien- und Territorien-Typen der Fische, Reptilien und Vögel zur Darlegung gewisser Ordnungsprinzipien einerseits, und das Spinnennetz als Grundlage für die Entwicklung von Gestaltproblemen anderseits.
Kleine Widersprüche sind dabei nicht ganz ausgeblieben. So bemerkt Peters im Vorwort, daß es wenig Sinn hat, den Tatsachenbestand der Tierpsychologie tagtäglich zu vermehren, wenn der Einbau in theoretische Grundvorstellungen damit nicht Schritt hält. Auf Seite 49 aber beklagt sich derselbe Autor darüber, daß unsere derzeitigen Tatsachenkenntnisse leider noch nicht dazu ausreichen, um einen speziellen Familientypus, nämlich den der „invertierten Vaterfamilie”, zu charakterisieren. Mirscheint, daß das unentwegte Sammeln von Einzeltatsachen in der Tierpsychologie der Arbeit des Systematikers für die übrige Zoologie entspricht; beides sind notwendige Voraussetzungen. Mit seiner Charakterisierung der verschiedenen Familienformen und ihren Beziehungen zum Raum liefert der Autor eine sehr wertvolle Übersicht, die sich manche Leser