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Die vorliegende Studie des bekannten französischen Psychiaters Henri Ey beginnt mit einer Analyse der künstlerischen Qualitäten und Eigenarten des Surrealismus, die er in folgenden Haupteigenschaften erblickt. 1. Antikonstruktionismus. Der Surrealist lehnt jeden logischen oder intellektuell-konstruierten Aufbau eines Kunstwerkes ab. Das Kunstwerk muß unmittelbar (automatisch) aus dem Schöpferischen entstehen. 2. Antirealismus, der die Abwendung von der äußeren (naturalistischen) Realität bedeutet, und die Hinwendung zum Alogischen und Irrationalen. Der Antirealismus umgreift die Befreiung des unbewußten „Automatismus”, der Künstler überläßt sich völlig den Eingebungen des Unbewußten und fixiert die Inhalte, Vorstellungen und Bilder, die ihm zuströmen, ohne sie vorher noch einer Gestaltung oder Bearbeitung zu unterwerfen. Daher die vermeintliche Absurdität surrealistischer Produkte, und deren »humour noir« diese Ästhetik des Makabren, Dämonischen, Irrealen und Sarkastischen — die Suche nach einer unmittelbaren Lyrik, die im Menschen verborgen zu sein scheint. Der Verfasser erblickt im Surrealismus eine „methodische, mit Leidenschaft vorangetriebene Unternehmung, das geheime Feuer, den verborgenen Schatz zu erreichen, der unter unserer Schale glüht und dessen Widerspiegelung bestimmt jede ästhetische Tätigkeit färbt”. Dieser ausgezeichneten Analyse des Surrealismus, die sofort die Empfindung weckt, daß der Autor nicht nur ein wissenschaftliches, sondern auch eine künstlerische Beziehung zu den Dingen hat, folgt eine Skizze der „Psychopathologischen Ästhetik”. Nach einer ausführlichen Würdigung und Referierung von Prinzhorns Werk, bringt Ey eine Einteilung der psychopathologischen Produkte, von den einfachen Kritzeleien und stereotypen Abwandlungen, über die „dekorativen Spielereien”, „die beschreibenden und erzählenden Darstellungen”, „die phantastischen Bildnereien”, bis zu den „großen Kompositionen mit symbolischem Gehalt”. Ausschlaggebend jedoch für die Beurteilung