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Der Außenstehende wird sich wundern, daß der Frage der Bezahlung ein besonderes Kapitel gewidmet wird, dazu noch ein derart umfangreiches. Erscheint es doch dem Unbefangenen natürlich und ohne besondere Problematik, daß auch die Psychotherapie wie jede ärztliche Leistung und wie jede andere berufliche Tätigkeit zu honorieren ist. Es könnte sich also höchstens um die Frage handeln, welches der angemessene Preis für die psychotherapeutische Leistung sei. Wer so an die Frage der Bezahlung herantritt, wird überrascht sein, wie komplex das Problem in Wirklichkeit ist.
Gehen wir von den Beobachtungen des täglichen Lebens aus. Wir wissen, daß ein und dieselbe Leistung verschieden bewertet wird, ja sogar ein und derselbe Verkaufsartikel verschiedene Preise haben kann. Markenartikel sind teurer als „gewöhnliche“ Artikel, wobei nicht immer der Markenartikel nun auch wirklich besser ist. Im übertragenen Sinne gilt dies auch für die ärztliche Leistung. Der. Chirurg von Weltruf liquidiert für denselben Eingriff das zehn- bis hundertfache wie ein anonymer Kleinstadtchirurg. Wer als Patient dazu in der Lage ist, läßt es sich eben etwas kosten, wenn er glaubt, dadurch entsprechend besser ärztlich aufgehoben zu sein; wobei man stillschweigend voraussetzt, daß der Arzt, der hohes Honorar fordert, eine qualitativ bessere Arbeit leistet, als sein Kollege, der für die gleiche ärztliche Leistung wenig fordert. Die Honorarhöhe wird so psychologisch zum Gradmesser der Qualität der geleisteten Arbeit. Praktisch heißt das für die Psychotherapie, daß sie mit ihrer jeweiligen Honorarhöhe stillschweigend eine Selbsteinschätzung ihrer Arbeitsqualität vornimmt.
Wie haben wir unsere Arbeit nun tatsächlich einzuschätzen? Der ärztliche Psychoanalytiker hat nach Abschluß seines normalen medizinischen Studiums meist noch eine psychiatrische oder sonstige Fachausbildung hinter sich. Da in der Regel leider — wenigstens bis heute — die Ausbildung zum Psychotherapeuten, erst recht zum Psychoanalytiker, im