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„Wie entstehen Denkakte in kranken Personen? Und weiterhin: wie entstehen sie im Menschen überhaupt? Und mit abermaliger Erweiterung der Frage: wie entstehen Begriffe?“ So hat Viktor v. Weizsäcker das Thema kürzlich in dieser Zeitschrift2) formuliert und zugleich einen Vorschlag gemacht: Man beobachte beim tiefenpsychologischen Umgang mit Organkranken einmal die verschiedenen Formen des „Widerstandes“ unter dem Gesichtspunkt der Gedankenbildung. Demnach wäre an Hand der Widerstandserfahrung die Entstehungsgeschichte bestimmter Denkakte beim Kranken zu beachten (seine Art Unterscheidungen zu treffen, bestimmte Begriffe zu bilden), um dann eben diese Gedankenbildung wiederum als „Symptom“ zum Verständnis der Krankheit zu verwerten. Die Gedankenbildung wird also nicht einer direkten (logisch-formalen, phänomenologischen, auch nicht einer im engeren Sinn genetischen) Analyse unterworfen, sondern die Widerstandsbeobachtung wird benützt, um indirekt etwas über die Entstehungs-Geschichte bestimmter Gedanken zu ermitteln. Es werden so hintergründige Entstehungsbedingungen freigelegt, die nicht nur für die Gedanken- und Begriffsbildung beim Patienten, sondern auch für die Medizin (also für die Bildung einer Wissenschaft) eigentümlich sind.
Um den Zusammenhang herzustellen, werde ich aus dem erwähnten Beitrag v. Weizsäckers die Hauptgedanken nochmals kurz skizzieren, um hernach weiteres Material zur „Logophanie“ anzuschließen.
Ein „Widerstand“ entsteht, sobald eine tiefenpsychologisch orientierte Behandlung das Gebiet der Psychogenese berührt: Drängt man beispielsweise einem Ulkuskranken die Frage auf, ob seine Arbeitsunfähigkeit nicht Folge seines Ulkus, sondern umgekehrt, sein Magengeschwür Folge seiner Arbeitsunfähigkeit sei (nämlich im Zusammenhang und an Stelle eines persönlichen, vielleicht beruflichen Konflikts entstanden), so entsteht ein Widerstand. Die dem Bewußtsein des Kranken aufgezwungene probatorische Kausalumkehr in der Symptomentstehung führt aber nicht nur zu