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Immer wieder wird der Astrologie die Frage vorgelegt, wie groß die Freiheit des persönlichen Willens und wie weit die Möglichkeit verstandesmäßiger Einsicht sei, wenn man eine Einordnung in gesetzmäßige kosmische Zusammenhänge annehmen müßte. Von allen „Beeinflussungen“ durch die Bewegungen der Gestirne und den damit — nach der Lehre der Astrologie — für den Einzelnen hervorgerufenen Tendenzen abgesehen, muß sich der konsequent Gläubige auf den Standpunkt stellen, daß durch das Geburtshoroskop für das Individuum die Möglichkeiten, überhaupt zu wollen und zu erkennen, eingeschränkt und festgelegt sind. Daß zum Beispiel ein Mars im Schützen oder ein Mars im Stier nur jeweils in bestimmten Bahnen zu wollen und seinen Willen in die Tat umzusetzen imstande ist oder daß jede Erkenntnis durch die kosmische Beschaffenheit des jeweiligen Merkur vorgeformt ist; daß also etwa der Merkur im Löwen (immer im Grundhoroskop des Einzelmenschen gemeint) notwendigerweise eine andere Ansicht von der Welt und ihren Problemen haben muß als der Merkur in der Jungfrau, und ihm somit auch andere Lösungen angeboten werden, — beziehungsweise bestimmte Lösungen gar nicht möglich sind. Er wird ferner die Aspektierungen der für Wollen und Erkennen zuständigen Planeten hinzuziehen. Zum Beispiel wird er von einem freundlichen Jupiteraspekt angenehme, erfolgreiche geistige Produktion erwarten und umgekehrt von spannungsreichen Aspekten zwischen den entsprechenden Planeten eine Affinität des Verstandes zu den großen Disharmonien.
Eine unendliche Skala von Möglichkeiten eröffnet sich, wenn man die mannigfaltigen Aspekte von 12 Planeten kombinieren kann mit der Stellung dieser Planeten in den 12 Tierkreiszeichen und darüber hinaus auch ihre Stellung im Häusersystem mit den sich daraus ergebenden Bewertungen in Betracht zieht. Es erscheint wie ein feinmaschiges Netz, wie ein unentrinnbares Schlingensystem, in dem das Individuum gefangen ist und demgegenüber alle persönliche Freiheit nur eine Täuschung i