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Angesichts der ungeheuren Anzahl psychologischer Tests und ihrer ständigen Entwicklung ist dem Verfasser wirklich ein Kunststück gelungein, indem er auf nur 230 Seiten einen klaren, sachlichen und kurzgefaßten Überblick über dieses Gebiet gibt.
In einem ersten Teil befaßt sich Pichot mit den «tests d'efficience», das heißt ungefähr unsere Intelligenzprüfungen. 1. Die Entwicklungstests: Sie beruhen auf den bahnbrechenden Versuchen von Binet, eine Skala für das Intelligenzniveau von Kindern von 3-15 Jahren herzustellen. Seitdem wurden diese Skalen nicht nur verbessert, sondern sozusagen nach oben und unten verlängert. Für Säuglinge und Kleinkinder verfügt man jetzt über Testreihen (Ch. Bühler, Gesell), welche einen vorzüglichen Gradmesser der allgemeinen Entwicklung darstellen, und deren Bedeutung für die Psychohygiene nicht unterschätzt werden kann. Für Erwachsene besitzt man auch Testreihen (Wechsler), welche eine physiologische Abnahme gewisser psychischer Fähigkeiten des normalen Mensehen nachgewiesenhaben. Vergleichende Untersuchungen mit dieser Skala bei Normalen, Psychopathen und Neurotikern haben schon vielversprechende Ergebnisse gezeitigt. — 2. Die faktorielle Analyse (Spearman, Thurstone) ist zweifellos eine der wichtigsten Errungenschaften der modernen Psychologie. Hier ist die Testmethode nicht mehr bescheidenes Hilfsmittel, sondern dank statistisch-mathematischer Verarbeitung wird sie selber zur autonomen Forschungsmethode. Mathematische Testvergleiche führten zur Isolierung von „Faktoren“, zunächst als rein mathematisch-abstrakte