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Der durch seine „Tierpsychologie“ wie auch durch philosophiegeschichtliche Darstellungen bekannte Würzburger Ordinarius unterzieht in der vorliegenden Schrift die Problematik der neuzeitlichen Rassentheorien einer strengen Begriffsanalyse, wozu ihre politische Auswirkung (die Arbeit wurde bereits 1943 abgeschlossen) den unmittelbaren Anstoß gab. Von den logischen Grundlagen und der geschichtlichen Entwicklung des Rassenbegriffs ausgehend, deckt Kafkas methodologische Kritik die Unzulänglichkeiten seiner gegenwärtigen Fassung auf, wobei insbesondere die Probleme der „Konstanz“ und der „Variabilität“ erblicher Anlagen durchleuchtet und in der Anwendung des Rassenbegriffs auf den Menschen neu gesehen werden. Im Blickziel der mit außerordentlicher Gründlichkeit durchgeführten Untersuchung steht der aus ihr sich ergebende Gedanke, daß die Möglichkeit der Fortpflanzung als des „mächtigsten Instinkts“ im Leben der Organismen einen „natürlichen Zuchtzwang“ darstellt, der die Erhaltung der „Arten“ gewährleistet, während die verschiedenen „Rassen“ der gleichen Stammart dadurch gekennzeichnet seien, daß zwischen ihren Angehörigen eine Kreuzung möglich ist (185). Unter diesem kritisch erörterten Gesichtspunkt betrachtet, wird im Bereich menschlicher Stammbildung das urtümliche Gebot der „Exogamie“ biologisch bedeutsam, das den Angehörigen einer Rasse auferlegt, Ehen nur mit Angehörigen fremder Rassen einzugehen. Bei den meisten Kulturvölkern im Verbot der Blutschande fortbestehend, dient die Exogamie noch dem unbewußten Zweck der Natur, „die Art durch Ausgleich der Modifikationen und der rassischen Unterschiede konstant zu erhalten“. Im schärfsten Gegensatz dazu aber steht die politische Rassengesetzgebung, der eine unbemerkte Vertauschung des Rassen begriffs mit dem Art begriff zugrunde liegt. Von der „Mitschuld“ an dieser Verirrung ist eine „allzu voraussetzungslose“ Rassenlehre nicht freizusprechen. Sie hat „die Konstanz der rassischen Eigenschaften aus ihrer Erblichkeit zu