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Der Titel ist mißverständlich; er läßt weder den Charakter des Werkes noch die eigentliche Absicht des Verfassers erraten. Was er bringt, ist eine ungemein klar, flüssig und eindrücklich geschriebene Stellungnahme zu den ungeheuren zeitgeschichtlichen Ereignissen nebst dem Versuch einer Charakteristik der hauptsächlichen Träger dieser verhängnisvollen Entwicklung und der seelischen Grundlagen ihrer Wirkungen. Aber er begnügt sich keineswegs damit, die Ursachen des Unheils aufzuzeigen; diese liegen in unserem „primitiven Barbarentum, über das sich auch die Angehörigen der zivilisierten Nationen und innerhalb dieser selbst auch die meisten von jenen noch nicht erhoben haben, die da meinen, an der Spitze der Kultur zu stehen“ (II, Seite 362). Vielmehr erstrebt der Verfasser ein bestimmtes Ziel, nämlich die Erziehung zu einem Homo sapiens, „der sich inmitten der menschlichen Gesellschaft furchtlos, unvoreingenommen und unbefangen als ein von überflüssigen inneren Hemmungen befreiter Mensch bewegen kann und imstande ist, eine Atmosphäre von Sympathie und Vertrauen um sich zu verbreiten“ (II, Seite 351). Wie ein roter Faden zieht sich durch seine Ausführungen der Gedanke, daß es gelingen müsse, das geistige und sittliche Niveau der Menschen durch Erziehung, „durch Verwandlung von Unwissen in Wissen“ soweit zu heben, daß insbesondere der Krieg als Mittel der Auseinandersetzung zwischen den Völkern verschwindet. Vor allem ist dafür eine Änderung der durch Generationen konsequent betriebenen militaristischen und nationalistischen Erziehung notwendig (II, Seite 7). Nur durch verbesserte Erkenntnis ist ein Schwinden der vom Verfasser eingehend geschilderten Illusionen zu erreichen, die die Quelle der Konflikte bilden. Auch ohne daß Mordlust und „Urwaldinstinkte“ schwinden, kann ein Dauerfriede erzielt werden, wenn nur neue Geleise und neue Bahnen des Denkens eröffnet werden, so daß die geistige Einstellung zur Beurteilung der Probleme und zu den Lösungsmöglichkeiten sich änder