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Verfasser gibt „eine Gesamtdarstellung der seelischen Entwicklung des Menschen von der Geburt bis zur vollendeten Reifezeit“ unter Verarbeitung der Ergebnisse der modernen kinder- und jugendpsychologischen Forschung. Die Abhebung dieser Arbeit von den zahlreichen anderen Behandlungen desselben Stoffgebietes liegt im psychologisch-methodischem Ansatze, dort, wo der Verfasser „einen entwicklungspsychologischen Beitrag zur modernen Schicht-Theorie“ liefern will. Diese Position und ihre Durchführung basiert weitgehend auf den beiden Schulen, aus welchen der Autor kommt, der entwicklungspsychologischen Ausbildung bei O. Kroh und der charakterologisch-anthropologischen Schau bei Ph. Lersch.
Im einleitenden allgemeinen Teil werden kurz „der Begriff der Entwicklung“ definiert, „die Bedingungen der Entwicklung“ genannt und eine Übersicht über Geschichte und Methoden der Kinder- und Jugendpsychologiegegeben. Der gestellten Aufgabe — einer Annäherung von Entwicklungspsychologie und Charakterologie — gemäß wird der entwicklungspsychologischen Längsschnittbetrachtung eine schichtentheoretische Querschnittbetrachtung eingefügt. Die arbeitshypothetische Gliederung der Mannigfaltigkeit seelischer Gegenstände, Vorgänge und Zustände erfolgt im Anschluß an A. Pfänder in „kognitive Regungen“ (umfassend: Empfindungen, Wahrnehmen, Vorstellen und Denken), „Gefühlsregungen“ und „praktische Regungen“ als Oberbegriff für „triebmäßiges Begehren, gefühlshaftes Streben und klarbewußtes Wollen“. Der gesamte Fluß des psycho-physischen Reifungsgeschehens wird mit O. Kroh in drei Perioden (frühe Kindheit, mittlere Kindheit und Reifezeit) eingeteilt, die sich hinwiederum jeweilig in drei Phasen ausgliedern. Die beiden Trotzalter